Tbilisi habe ich richtig genossen. Die Stadt gefiel mir sehr gut, zudem hatte ich riesen Glueck mit meinen beiden Gastgebern, zu Anfang Niko ein Georgier und spaeter Taylor ein Amerikaner. Beides sehr nette Kerle.
Tbilisi ist an manchen Ecken in einem desolaten Zustand, aber genau dieser Zerfall, das Morbide der Stadt, machte den Reiz fuer mich aus.

 
 

Ich konnte in Ruhe meine Erkaeltung auskurieren, wurde von einer netten Journalistin fuer einen Artikel in der Zeitung interviewt und schaute mir nicht nur die Stadt, sondern auch die naehere Umgebung an.

 
 

Eine Woche goennte ich mir in der fuer mich interessantesten Stadt seit ich unterwegs bin, dann ging es weiter.

 

Der Verkehr in Tbilisi und in Georgien allgemein, ist allerdings sehr negativ zu bewerten. Viele Fahrer fahren sehr ruecksichtslos und dadurch macht das Radfahren auf den Hauptstrassen keinen grossen Spass.
Georgien hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Tolle Landschaften, schoene Kirchen, leckeres Essen und angenehme Menschen. Es wuerde mich reizen das Land noch einmal zu besuchen, dann allerdings im Sommer.

Ich konnte mich in Georgien wieder frei bewegen. Ich konnte beide Geschlechter gleichwertig betrachten und wurde ebenso gleichwertig akzekptiert. Es lag keine Agressivitaet in der Luft, ebenso hatte ich in keinster Weise das Gefuehl, dass mich Maenner staendig lustvoll anstarrten, wie das in der Tuerkei oft der Fall war. Nein, ich fuehlte mich wohl und hatte wieder Kraft getankt. Ich fuehlte mich ueberall sicher, hatte angenehme Begegnungen und interessante Unterhaltungen fuehren koennen.
Eine islamische Pause in einer christlich gepraegten Gesellschaft zu nehmen, war fuer mich somit die richtige Entscheidung gewesen.

Als ich Tbilisi verliess freute ich mich ploetzlich auf den Iran, ich hatte das innere Bauchgefuehl, es wird alles gut gehen. Doch zuerst fuhr ich in den kleinsten der drei Kaukasus Staaten, naemlich nach Armenien.

 

Armenien empfing mich ersteinmal mit Regenwetter. Die Fahrt durch den Debed Canyon ging entlang karger Felsen und trostloser Doerfer. Das Land erschien mir noch aermer als Georgien. Im Sommer sieht es hier sicherlich deutlich farbenfroher aus, jetzt im Winter allerdings ist hier alles grau in grau.
In Alaverdi, einem Minenort, blieb ich aufgrund des schlechten Wetters 2 Naechte und besuchte die beiden sehenswerten KLoester Haghpat und Sanahin.

 
 

Teils mit Gras bewachsene Daecher, massive Mauern und viele Steingravuren schmuecken die beiden auf der Unesco Liste gefuehrten Kirchen. In Haghpat lud mich der Priester zum cay ein und jammerte ein wenig, dass er bereits vor 7 Jahren hierher versetzt wurde und es doch nun endlich Zeit wuerde woanders hinzugehen. Er ist gebuertig aus Jerusalem, allerdings Armenischer Herkunft und arbeitete bereits einige Jahre in Sydney. Ich hatte Verstaendnis, denn Haghpat und Sydney sind wohl Welten voneinander entfernt und das nicht nur raeumlich.

 
 
 

Von Alaverdi fuhr ich ueber eine sehr schoene Nebenstrecke nach Stepanavan und durfte dort abends in einem Reisebuero auf der Couch uebernachten. Kurz vor Stepanavan schaffte ich meine ersten 10.000km dieser Reise. Es war ein besonderer Moment und irgendwie war ich auch stolz. Ich liess meine Reise ein wenig Revue passieren und stellte fest, dass die erste Zeit der Reise kaum noch in meiner Erinnerung ist.

Jetzt wo es so kalt ist, denke ich auch oefters an die Zeit als es taeglich ueber 40 Grad waren. Manchmal frage ich mich was denn nun wirklich unangenehmer ist.

Von Spitak ging es ueber den ersten eher harmlosen Pass, Pushkin Pass, der am Ende durch einen stockdunklen Tunnel fuehrt. Natuerlich waren genau jetzt meine Batterien fuer die Taschenlampe fast am Ende und somit stolperte ich an der Seite ueber ein Loch nach dem anderen.

Einkaufsladen

Am Pamb Pass ging es dann schon haerter zur Sache und ich griff wieder einmal aufs LKW surfen zurueck.

 
 

Wenn schwer beladene LKWs mit einem niedrigen Tempo den Berg hoch schnaufen, hat man manchmal das Glueck seine Geschwindigkeit so anzupassen, dass man sich irgendwo am Laster festhalten kann. Manche Fahrer unterstuetzen einen auch und fahren dann so weit vom Strassenrand weg, dass man sich sicher ziehen lassen kann. Es gibt aber auch welche die extra so fahren, dass sie einen staendig in den Graben landen lassen. Bei manchen Lastern blaesst der Auspuff die Abgase genau so gerichtet, dass man staendig die Luft anhalten muss und zudem tut einem oftmals bereits nach kurzer Zeit der Arm oder die Finger so weh dass man freiwillig los laesst. Wie auch immer, immerhin konnte man sich ein paar Hoehenmeter lang ziehen lassen und hatte zudem etwas Abwechslung.

Die Strasse war umringt von wunderschoenen schneebedeckten Bergen, es war kalt, aber die Blicke entschaedigten fuer alle Entbehrungen.

Ein Glueck gibt es in Armenien in jedem Dorf einen Laden, der einen Heizluefter laufen hat, an dem ich mir oefters die Fuesse aufwaermen konnte. Ich kam dadurch aber auch nicht vorwaerts. Spaet los, da es morgens eiskalt war, dann oft Pause um mich wieder aufzuwaermen und frueh Schluss da es abends frueh dunkel und wieder eiskalt wurde.

In Aparan nahm mich eine Familie auf, nachdem ich zig Leute nach eine Unterkunft fragte und alle Gaestehaeuser ausgebucht waren. Zelten kam schon seit Wochen nicht mehr in Frage, es ging nachts weit unter 0 Grad, selbst im Schlafraum waren es nur 6 Grad als ich den einen Morgen auf die Uhr schaute.

 

Es gibt immer nur einen Ofen im ganzen Haus. Nachdem von den Grosseltern bis hin zu den Enkelkindern, die ganze Familie in einem Haus lebt, sitzen oftmals recht viele Menschen um die einzigste Waermequelle versammelt. Dann wird geplaudert, gelacht und gemeinsam gegessen. Die Einrichtungen sind teils sehr alt oder vergammelt. Die Waende oft dreckig und die Betten extremst durchgelegen. Die Toilette auch oftmals draussen im Hof.

Als ich morgens in Aparan los fuhr schneite es. Meine Motivation war gleich null. Doch irgendwann schaffte ich es dann doch loszuziehen und hatte wiedereinmal eines der Momente wo ich mich fragte, warum mache ich das eigentlich?

 

Ich erreichte Yerevan. Durch einen Studenten in Tbilisi hatte ich die Adresse von Josef bekommen, ein Deutscher, der mich super lieb aufnahm und mich bei ihm im Wohnzimmer schlafen liess. Er bekochte mich mit selbstgemachten Wuerstchen und leckeren Frikadellen und zeigte mir die Kneipenszene der Stadt.

Nachdem ich bereit seit Polen mit dem ewigen Zigarettenrauch konfrontiert bin, ob im Haus, im Restaurant, im Stadtbus oder im Laden, schockt mich mittlerweile selbst eine total verrauchte Kneipe nicht mehr. Zigarettenrauch ist einfach immer und ueberall praesent, man gewoehnt sich an alles, es bleibt einem auch gar nichts anderes uebrig.

Yerevan selber konnte mich nicht begeistern. Auch die vermeintlichen Sehenswuerdigkeiten, wie die Kloester Edjmiadzin und Geghard waren fuer mich nicht so sehr beeindruckend. Der Blick zum tiefverschneiten Ararat dagegen war gigantisch.

Ich musste weiter. Es wurde jeden Tag kaelter und ich hatte noch vier hohe Paesse vor mir um in den Iran zu kommen.

In Urtsadzor lud mich eine nette Familie zur Uebernachtung ein.

Ich muss aber sagen, es sind jeden Abend etwa eine Stunde Ueberzeugungsarbeit noetig um entweder das Gaestehaus so weit runterzuhandeln dass es bezahlbar ist, oder aber dass sich jemand bereit erklaert mich aufzunehmen. Selbst mein Brief ueber mich, den ich mir in armenisch habe uebersetzen lassen, hilft hier in Armenien nicht. Ich reiche den Leuten per Zettel wer ich bin, was ich mache und was ich moechte. In anderen Laendern hat das immer super funktioniert und ich wurde sofort herzlich aufgenommen. Nicht so in Armenien. Hier wird meistens nur mit den Schultern gezuckt, frei nach dem Motto, na und? Oftmals werde ich auch ausgelacht, fuer mich frei interpretiert, wie bescheuert ich denn bin mit dem Rad unterwegs zu sein. Wenn ich zelten koennte waere das alles viel einfacher. Man ist dann lange nicht so sehr auf die Leute angewiesen.
Bezahlbares Gaestehaus heisst in etwa 6 Euro, dann aber weder Bettwaesche, noch Heizung, noch heisses Wasser.
Es geht in Armenien viel ums Geld. Ich habe zwar auch schon Aepfel geschenkt bekommen, aber ich habe auch schon statt verlangten 500 Dram fuer einen Tee am Ende nur 50 Dram bezahlt. Man verlangt von einem Touristen eben gerne mal etwas mehr.

Zurueck zur Familie in Urtsadzor. Der grosse Sohn machte sich einen Spass daraus mir ein paar Saetze Armenisch beizubringen, zudem wurden mir die neuesten Bundesliga Ergebnisse aus der Zeitung vorgelesen. Nachdem Hoffenheim bei Heidelberg liegt, war ich der Held des Abends. Der Vater schlief freiwillig auf der Couch, damit ich mit der Mutter und dem Kleinkind im Schlafzimmer schlafen konnte. Er liess sich nicht davon ueberzeugen, dass ich auch sehr gut auf meiner Isomatte schlafen koennte.

Ich durfte beim Brot backen helfen und bekam Brot und Kaese als Vesperpaket mit.
Auch das ist Armenien.

Armenier sind stolz auf ihr Land. Teils kam es mir aber etwas uebertrieben vor. Manche erzaehlten mir sogar, dass in Armenien die Menschheit entstanden ist. Sie hassen die Tuerken, was nach dem Genozid auch verstaendlich ist. Die Grenzen sowohl nach Azerbaijan als auch in die Tuerkei sind geschlossen.
Ueberraschenderweise traf ich auch immer wieder auf Leute die Deutsch sprachen.

Um zum Kloster nach Noravank zu kommen, faehrt man durch eine schoene Schlucht. Das Kloster selbst steht hoch oben auf einer Anhoehe.

Tolle Lage, schoenes Kloster. Auch hier wurde ich vom Priester zum Tee eingeladen.
Der Vorteil vom Reisen im Winter ist natuerlich dass man ueberall der einzigste Tourist ist. Trotzallem haette ich gerne ein paar Grad mehr Waerme gegen ein paar mehr Touristen eingetauscht.

Ich fuhr noch bis Yeghegnadzor, dann fing es an zu schneien und hoerte nicht mehr auf. Auf der Strasse konnte man am naechsten Morgen Schlittschuh laufen, aber sicherlich kein Rad mehr fahren. Die Passstrassen waren tief verschneit und es war weit unter 0 Grad. Von Yeghegnadzor bis Goris nahm ich den Bus, von Goris bis Kapan fuhr ich per Anhalter, allerdings musste ich fuers trampen bezahlen. Von Kapan bis zum Grenzort Agarak noch einmal per Bus.

Als ich den Stacheldraht zum Iran sah, war ich doch sehr nervoes gewesen.
Ich uebernachtete noch einmal in Armenien und schaute am naechsten Morgen aus dem Fenster in Richtung Grenze. Ich glaube, ich hatte noch nie so langsam zusammen gepackt wie an diesem Morgen.

Der Armenische Grenzpolizist kontrollierte meinen Pass, wie er noch nie an irgendeinder Grenze zuvor kontrolliert wurde.
Erst nach Sprengstoffspuren, dann auf Faelschung. Ich dachte mir nur, oje Heike wo bist Du hier nur gelandet.

Ich war unsicher. Mein Puls war sicherlich hoeher als sonst und als ich ueber die Grenzbruecke fuhr und die Iranische Flagge sowie die kargen Berge sah, dachte ich an den Film “ Nicht ohne meine Tochter“. Die Geschichte einer Amerikanerin und ihrer Tochter, die von ihrem Iranischen Mann im Iran gefangengehalten wurde und erst nach Jahren endlich aus dem Land fliehen konnte.

Meine Kleidung war sicherlich noch nicht der Kleiderordnung entsprechend, denn ich hatte noch kein langes Hemd oder langen Mantel, der meinen Po bedeckte. Auch besass ich noch kein Kopftuch. Allerdings hatte ich meine Muetze und meine Kaputze auf und man konnte somit meine Haare auch nicht sehen.
Die Polizisten waren alle super nett gewesen, hiessen mich in ihrem Land herzlich willkommen, meinten zu mir dass es mir ganz sicher sehr gut im Iran gefallen wird und dass ich sicherlich bald wieder kommen werde. Ich dachte nur hoffentlich habt Ihr Recht.
Mein Pass wurde lediglich noch auf einen Stempel aus Israel kontrolliert, haette ich den im Pass gehabt haetten sie mich sicherlich nicht einreisen lassen. Der Name des Vaters, Beruf, Familienstand und meine geplante Reise wurden abgefragt, dann durfte ich einreisen. Die Uhr stellt,e ich eine halbe Stunde wieder zurueck.
Beim Geld tauschen wurde ich von jetzt auf gleich zur Millionaerin, denn 1 Euro sind etwa 40.000 Rial.

Ich wollte nach Tabriz und entschied mich fuer die Hauptstrasse Richtung Jolfa, um von dort dann nach Tabriz zu kommen. Ich waere viel lieber die einsame Strecke durch die Berge in Richtung Tabriz gefahren, aber ich wollte ersteinmal ein Gefuehl fuer das Land entwickeln, bevor ich mich in so eine abgelegene Gegend wagen wollte.
Doch auch hier, auf der verkehrsarmen Hauptstrasse, war die Landschaft genial. Karge, riesige Felswaende, teils schneebedeckte Berge, enge Schluchten und ab und an ein Ort.

Die Strecke bis Jolfa ging entlang der Grenze nach Azerbaijan. Ueberall Militaerposten und Militaerfahrzeuge.

Ich beobachtete die Autos und Insassen ziemlich genau als ich so vor mir her strampelte um einen Eindruck zu bekommen wie die Leute hier aussehen, wie sie sich kleiden und wie ihre Art sein koennte. In einem Dorf ass ich fuer etwa umgerechnet 1 Euro zu Mittag. Leckeren Reis mit Suppe, dazu Coca Cola. Ich wurde sehr freundlich bedient und sofort gefragt wo ich her kam.

Zurueck auf der Strasse wurde ich von 3 bellenden Hunden verfolgt und hatte meine erste sehr angenehme Begegnung mit einem Iraner. Ein Auto fuhr zu mir auf und der Fahrer half mir die Hunde zu vertreiben und hielt sie so lange in Schacht bis ich in sicherer Entfernung war. Ich muss sagen, dass beeindruckte mich sehr, denn bisher, egal in welchem Land, sind oft selbst die Eigentuemer der Hunde nicht daran interessiert einem zu helfen.

In Jolfa traf ich ein Radlerpaar aus Istanbul, die mich sofort einluden mit zu ihrem Freund zu kommen um dort zu uebernachten. Wir wurden lecker bekocht, mein Rad wurde vom Besitzer des Hauses auf Vordermann gebracht, Alkohol wurde ausgeschenkt und wir zwei Frauen durften unsere „Verkleidung“ ablegen.

Als ich morgens in Jolfa los fuhr zeigte das Thermometer -3 Grad und es schneite. Na toll, in mir kam der Gedanke auf dass ich nun wirklich die Nase voll vom Schnee und den eisigen Temperaturen habe und in mir reifte ein neuer Plan. Auch wenn ich eigentlich jeden moeglichen km mit dem Rad fahren wollte, war nun der Punkt erreicht an dem ich mir sagte, jetzt macht es einfach keinen Spass mehr, denn es ist schlichtweg zu kalt.

Bis Marand waren es eklige 70km und einige Hoehenmeter. Eiskalter Wind, Schneematsch, Eis und schlechte Sicht. Die Polizei lies nur noch Autos mit Schneeketten passieren, so hatte ich, wenigstens etwas positives, die Strasse fast fuer mich alleine. Mein Rad war bei mittlerweile -6 Grad total vereist. Die Gangschaltung ging ueberhaupt nicht mehr und so fuhr ich die Haelfte der Strecke mit nur einem Gang.

In Marand gibt es einen unter Radler bekannten Iraner Namens Akbar, der jeden Radfahrer abfaengt der den Ort passiert und ihn dann zu sich nach Hause einlaedt. Mich allerdings schien er nicht gefunden zu haben. Allerdings wurde ich von zwei anderen Iranern eingeladen, die mir im Ort noch halfen das Rad durch den mittlerweile tiefen Schnee zu schieben.
Ich betrat ein Haus mit einer riesigen Familie. Sicherlich 25 Leute sassen dort auf dem Boden und warteten bereits auf uns.

Ich wurde herzlich begruesst, durfte mich wieder ohne Kopfbedeckung im Haus aufhalten und erlebte einen lustigen Abend.
Am naechsten Tag organisierten sie mir einen Transport nach Tabriz, denn die Strassen waren weiterhin total verschneit.

In Tabriz empfing mich Hamed, ein Mitglied des iranischen Radlerhelfernetzwerkes. Er hatte mir im Vorfeld eine Unterkunft bei einem Deutschen organisiert und holte mich am Hwy ab. Er richtete mir einen Gruss von Akbar aus, dem Iraner aus Marand, es wuerde ihm sehr leid tun dass er mich nicht getroffen haette, denn er hat daheim eine Galerie mit allen Radlern die jemals Marand passiert haben und ich wuerde ja nun fehlen. Er hatte bereits von Truckfahrern Bescheid bekommen dass ich auf dem Weg nach Marand sei, doch durch das schlechte Wetter hatte er mich leider verpasst, obwohl er bereits auf der Strasse auf mich waretete.

Tabriz war eigentlich nur kalt und eklig. Es schneite ununterbrochen und ich entschloss mich nun den Bus nach Isfahan zu nehmen, in der Hoffnung dort auf waermere Temperaturen zu stossen.
Hamed erzaehlte mir, dass ich Radler Nr. 1250 bin die er hier in Tabriz begruessen durfte und die erste allein reisende Radlerin ueberhaupt.

Etwa 1000km sind es von Tabriz nach Isfahan, somit sass ich 14 lange Stunden im Bus. Gerade mal 9 Euro kostete die Fahrt, der Radtransport inklusive.

Als ich morgens in Isfahan ankam, war es immer noch kalt, aber es schien die Sonne. Auf der einen Seite war ich froh das schlechte Wetter hinter mir gelassen zu haben, auf der anderen Seite allerdings aergerte es mich sehr, dass ich eine so lange Strecke nun nicht aus eigener Kraft heraus zurueck gelegt habe. Irgendwie hatte ich das Gefuehl, die Tour war nun ein wenig zerstoert worden.

Eigentlich bin ich nun schon in Yazd, allerdings ist in der letzten Zeit so viel passiert, ich habe so viele neue Eindruecke gewonnen, dass ich meine Gedanken ersteinmal sortieren muss, bevor ich sie zu Papier bringen kann. Wie es weiter ging schreibe ich somit im naechsten blog.
Nur eines noch, die Iraner sind ein unheimlich warmherziges Volk, sie heissen einen ueberall herzlich willkommen und irgendwie macht das Land mich gluecklich. Ich glaube, ich hatte bisher in keinem vorherigen Land auf der bisherigen Reise, ein so gutes Gefuehl wie hier. Ich koennte jeden Tag vor Glueck in den Himmel schreien und mich dafuer bedanken, dass ich diese Reise erleben darf und dass ich diese wunderschoene Welt erfahren darf. Ich habe ein wahnsinniges Freiheitsgefuehl und irgendwie fuehlt es sich an als wuerde mir die Welt alleine gehoeren. Das Leben ist wunderschoen und im Moment geniesse ich es in vollen Zuegen.

 

 

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