Machen wir es kurz. Ich mag Mexiko nicht, obwohl die Städte wirklich sehenswert sind und es eigentlich unfair ist zu dem Entschluss zu kommen, zumal ich ja eine geniale Zeit auf der Baja California hatte. Ich kann mich aber einfach nicht an die Leute gewöhnen. Ein paar kurze freundliche Momente hatte ich zwar schon, für die ich auch sehr dankbar war, aber insgesamt einfach viel zu wenige.

Zudem finde ich die Landschaften zwischen den Sehenswürdigkeiten nicht sonderlich spannend und die Distanzen sind für eine Radreise zu weit, es passiert einfach zu wenig interessantes.

Ich hatte mir meine vorderen Satteltaschen, die ich in den USA bei Freunden gelassen hatte, wieder zuschicken lassen, weil ich mit meinem Bikepacking Aufbau nicht ganz glücklich war. Zudem zusätzlich noch ein Moskitonetz um für die kommenden Malaria- und Dengue Fieber Gebiete gerüstet zu sein.

Das einzige was ich von nun an im Sinn hatte, war dass ich hier raus muss. Bereits nach 2 Tagen als ich mich auf der Hauptstraße entlang quälte und versuchte wieder in einen Radl-Rhythmus zu kommen, stand fest „nichts wie weg“.

Klar, ich hätte auch wieder in die Berge fahren und auf Pisten unterwegs sein können, aber darauf hatte ich noch viel weniger Lust als hier im flachen heißen Veracruz Richtung Süden zu radeln und Kilometer zu machen.

Anfangs leider ohne Standstreifen was wirklich nicht gerade angenehm war. Die Büsche wuchsen bis zum Straßenrand und jede Straßenseite war gerade mal so breit wie ein LKW. Kommen sich also 2 LKWs entgegen und ich bin dann gerade auch zufälligerweise auf gleicher Höhe wird es eng, um nicht zu sagen, lebensgefährlich, denn es gibt keine Flucht Sprungmöglichkeiten zur Seite. Zudem die Straßen auch noch extrem kurvig sind und man absolut nicht in die nächste Kurve einsehen kann was kommt.

Doch muss ich die Mexikaner hier wirklich loben. Die LKWs fahren normalerweise mit großem Abstand an mir vorbei und bremsen rechtzeitig ab. Auch die normalen Autofahrer sind echt okay. Einzig die Taxi- und Busfahrer sind die totalen Egos, aber das Problem ist ja weltbekannt bei Radfahrern, diese Sorte Fahrer sind immer die schlimmsten, außer natürlich in Japan.

Wo ich die Mexikaner auch loben muss ist, dass sie normalerweise nicht schummeln, jedenfalls nicht da wo ich war. Preise sind überall angeschrieben, hier zahlt man nicht mehr, nur weil man Ausländer ist. Das finde ich sehr positiv.

Ein paar Orte hier und ein bisschen Wasser dort. Nahezu keine Möglichkeit irgendwo zu zelten und oftmals musste ich für die Übernachtung bezahlen und nicht nur, dass es dadurch teurer wurde, nein es wurde dadurch auch noch langweiliger als es sowieso schon war, denn wer will denn schon so häufig in einer Unterkunft schlafen?

In einem Hotel in dem es oftmals keine Fenster gibt, die super laut sind, der Ventilator die Hitze auch nicht in den Griff bekommt und ich dabei dann noch die kläffenden Hunde und die Straßen Musik ertragen muss. Und dafür, dass mir das sowieso schon kein Spaß macht, muss ich dann auch noch Geld bezahlen.

Wenn ich ehrlich bin hätte ich mich am liebsten bis zur Grenze chauffieren lassen, aber dazu war ich zu stur. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und so sollte es auch bleiben!

Doch fragte ich mich des Öfteren warum? Warum picke ich mir nicht einfach die schönen Gegenden raus und lasse die Ecken aus die mir nicht gefallen? Eine Antwort darauf habe ich noch nicht gefunden – es geht hier einfach auch irgendwo darum es zu schaffen. Zurückzublicken und sagen zu können, ja, ich bin den Weg geradelt, es war zwar kein Spass, aber ich habe es geschafft. So ein bisschen bescheuert ist das schon, aber ich kann es leider nicht ändern, so bin ich halt.

Ich wunderte mich auch was ich vielleicht bei meiner Streckenwahl falsch gemacht habe? Wäre eine andere Ecke des Landes deutlich besser gewesen?

Ostern stand an und die Hölle war los. Die Straßen waren voller Autos und die Preise für die Übernachtungen verdoppelten sich. Hätte ich den Bus bis zur Grenze bezahlt wäre ich billiger weggekommen, als wenn ich über Ostern irgendwo unterkam. Aber ich fand ein stinkiges Garagen Hotelzimmer in dem ich die Osterzeit absaß und wartete bis die Mexikaner wieder alle daheim waren und die Straßen somit wieder zu ertragen waren. Dann ging es weiter.

Tlacotaplan war ein tolles Dorf. UNESCO Weltkulturerbe und wie so häufig kann man sich auf die UNESCO verlassen. Steht etwas unter Denkmalschutz hat das seinen Grund. Und nicht nur, dass das Dorf wunderschön war, nein es war auch voller freundlicher Leute. Da grüßten mich plötzlich Einheimische und lächelten mir zu. Toll.

Ein Mexikaner der eine Weile in den USA gelebt hatte, wollte mir ursprünglich sein total chaotisches Zimmer für 10 Dollar die Nacht anbieten und hatte zudem einen Narren an mir gefressen und zeigte mir das ganze Dorf. Doch kam ich in einem Hostel für weniger Geld unter in dem ich mich richtig willkommen fühlte, wahrscheinlich weil ich der einzige Gast war und das Mehrbettzimmer ganz für mich alleine hatte.

Ich blieb ein paar Tage und genoss das Dorf wirklich sehr.

Die Hitze war der Hammer. Die Temperaturen waren jeden Tag bei 38 Grad, die Nächte kühlten kaum ab. Wie soll das in Zentralamerika werden? Sobald ich einen Kilometer geradelt war sah ich aus als hätte ich gerade geduscht. Nichts trocknete mehr. Die Klamotten waren am nächsten Morgen noch genauso nass wie ich sie am Abend zuvor ausgezogen hatte. Alles klebte.

Der Verkehr wurde stärker, meine Laune schlechter. Ich kämpfte jeden Morgen mit meinem inneren Schweinehund um auch wirklich auf die Straße zu kommen. Ich hörte während dem radeln Musik und machte mir positive Gedanken. Doch so eine Strecke kann sich ziehen wie ein Kaugummi, wenn es so gar nichts positives zu erleben gibt den ganzen Tag lang.

Ich zeltete an einer Tankstelle und wurde dabei von einem Security Typen mit Maschinengewehr beschützt, zudem bei einem Militärposten direkt neben der Autopista wo ich vor lauter Krach und extremer Hitze im Zelt aber nicht schlafen konnte. Mein Hilleberg 4 Jahreszeiten Zelt ist einfach nicht geeignet bei den Temperaturen. Wenn es um 0.00 noch 34 Grad im Zelt hat, dann ist das nicht zum Aushalten, jedenfalls nicht für mich.

Oft wurde mir gesagt in Mexiko kann man bei der Feuerwehr oder beim Roten Kreuz übernachten. Ja, sehr interessant und wo bitte ist die Feuerwehr und das Rote Kreuz? Gesehen habe ich die bisher nämlich noch nicht einmal.

Wahrscheinlich wird es auch für mich mal Zeit für ein iPhone, damit ich all die verborgenen Informationen die andere Reisende haben auch mal erleben kann. Aber alleine der Gedanke, dass ich vorher immer schon weiß was passiert langweilt mich einfach total – zumal es dann darauf hinausläuft, dass ich noch weniger in Kontakt mit den Leuten komme – mein Telefon gibt mir ja sofort die Antwort.

Sonst habe ich ja in vielen Ländern öfters an den Türen geklopft und gefragt ob ich im Garten zelten dürfte, wenn es sonst keine Möglichkeit gab in freier Wildbahn zu zelten. Doch in Mexiko fällt mir das schwer. Es mag sicherlich sein, dass mich auch einige aufgenommen hätten und sicherlich wären auch ein paar davon hilfreich und nett gewesen, aber irgendetwas sträubte sich innerlich bei mir dagegen es zu tun.

Vor einem Oxxo Laden, der 7-Eleven Mexikos, schauten sich zwei Kinder mein Fahrrad bis ins Detail an und fragten jede Menge Fragen von denen ich nicht alle verstand und sie wunderten sich was denn mit meiner Sprache los sei?

Doch war es für mich eine ganz tolle Begegnung, denn es waren die ersten Kinder in der ganzen Zeit in der ich nun bereits in Mexiko bin, die mein Fahrrad begutachteten. Eigentlich unglaublich und jeder Weltumradler wird jetzt denken, was ist das denn? Aber genau so war es, auch wenn es nicht zu fassen ist. Es waren wirklich die allerersten neugierigen Kinder.

Die beiden gaben mir ordentlich Motivation, so eine süße Begegnung verleiht mir oftmals Flügel.

Am gleichen Tag hatte ich noch eine weitere nette Begegnung mit Feldarbeitern. Wirklich fröhliche und freundliche Mexikaner.

 

Ich sah die ersten großen Echsen, ein paar Papageien aber das war es dann auch schon wieder. Das Land ist tot. Rinderfarmen, Zuckerrohr, Ananasfelder und Beton. Hier gibt es kein Wild. Nirgendswo.

Plötzlich gab es neben den normalen Tacos und den ewigen Bohnen und Reis mit Eiern auch Nudeln auf der Speisekarte. Da lachte mein Herz und neben den vielen Früchten die ich mit Genuss verspeiste war das von nun an meine erste Wahl, wenn ich irgendwo was essen wollte.

Die Frauen ignorierten mich weiter. Ich habe auch festgestellt, dass ich nicht eine einzige Frau fotografiert habe. Zwischendurch verfluchte ich sie, dann bedauerte ich sie, dann ignorierte ich sie und dann wieder suchte ich nach einer Erklärung warum sie sich so kratzbürstig verhalten.

Ich gehöre dann einfach auch zu den Leuten die es verstehen möchten. Ich suche dann den Fehler erstmal bei mir und denke mir was mache ich denn hier falsch? Und umso mehr stört es mich. Doch freue ich mich dann ganz besonders, wenn ich jemanden treffe, der mir etwas Zeit oder einfach nur ein Lächeln schenkt.

Man kann sich das wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wenn man selber noch nie so lange alleine in der Welt unterwegs war, wie sehr wichtig es für einen sein kann Kontakt zu Leuten zu haben. Es kann ganz schön einsam sein, wenn man von den Einheimischen so viel ignoriert wird.

Wenn es eine Gruppe von Männern gab die unter sich waren, wurde ich sehr häufig freundlich behandelt. Da wurde öfters mal gelacht und zumindest wurde ich begrüßt. War es eine gemischte Gruppe war es sehr schwierig. Waren nur Frauen unter sich, war ich komplett Luft.

Ich war 5 Monate im Land und habe nichts aber auch gar nichts verstanden. Ich habe kein einziges Haus von innen gesehen, außer dass bei Tuly in La Paz. Auch habe ich mit niemandem ein ernsthaftes Gespräch geführt. Um es auf den Punkt zu bringen, ich habe von Mexiko keine Ahnung!

Schwierig für die Mexikaner ist sicherlich, dass sie im Norden von dem riesigen reichen Nachbarn nicht akzeptiert werden und nach Süden mit den Leuten nichts zu tun haben wollen. Sie gehören nirgends dazu.

Mein Tag war eigentlich immer sehr ähnlich. Ich radelte tagsüber und war dabei alleine, saß dann meistens irgendwo alleine in einem kleinen Hotelzimmer und chattete mit irgendjemanden übers Internet der in der gleichen Zeitzone lebte, damit ich überhaupt irgendwie Anschluss hatte.

Der nächste Tag war wieder gleich und brachte zudem kein bisschen Neues.

Ich hatte seit Tagen nichts mehr fotografiert, warum auch? Oftmals zeigt das genau mein Inneres und meine Haltung dem Land gegenüber.

Stundenhotels gibt es an jeder Ecke. Da fährt man mit dem Auto direkt in eine Garage, das Tor oder der Vorhang wird zugemacht und das heimliche Liebespaar hat ein paar Stunden für sich. Es gibt so viele davon, wie ich sie sonst noch nirgends anders gesehen habe.

Palenque, eine weitere UNESCO Ausgrabungsstätte war erreicht. Und als ich schweißgebadet dort ankam fragte ich ob ich mein Rad neben dem Kassenhäuschen stellen dürfte damit es in Sichtweite von jemanden ist. Die Antwort hätte nicht besser ausfallen können. „20 Pesos“ wurde mir mit einem ekligen Gesichtsausdruck entgegen geworfen. Es klang schon fast wie „meiyo“ in China. (meiyo in China heißt geht nicht, gibt’s nicht, verschwinde)

Ich war ja nun mittlerweile in dem vermeintlich tollen Chiapas, wo ja das wahre und geniale Mexiko sein soll.

Ich fragte somit noch an zwei anderen Stellen wo Leute nur rum saßen und nichts weiter zu tun hatten, aber auch hier ging das natürlich nicht und ich sollte doch mein Rad am Parkplatz stehen lassen. Sicherlich wäre das auch kein Problem gewesen, aber es liefen mir hier einfach zu viele Leute umher und jeder schien damit beschäftigt zu sein den Touristen irgendwas zu verkaufen.

Bisher hatte ich nie großartig Angst um meine Sachen gehabt, auch um mich selber nicht. Mexiko hat für mich zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr ausgestrahlt, auch wenn ich im Kupfer Canyon unsicher war, weil ich von den Einheimischen gewarnt wurde, aber mir ist nirgendswo etwas Negatives aufgefallen.

Ich sag’s ja immer wieder, wir sollten alle weniger Nachrichten schauen, die einem sowieso grundsätzlich den Horror vermitteln und nie mal irgendetwas positives von der Welt zeigen.

Doch zurück zu Palenque. Eigentlich war ich schon fast wieder am Umdrehen, weil ich so genervt war, gönnte mir aber dann doch noch die Ruinenstadt und schloss das Rad am Zaun des Eingangs an in der Hoffnung, dass noch alles da ist, wenn ich wiederkomme.

Die Ruinenstadt fand ich jetzt nicht so sonderlich spannend, aber ich traf ein paar nette Ausländer mit denen ich eine Weile quatschen konnte. Zudem sah ich einen Tukan, was meinen Tag absolut rettete.

Abends traf ich Elisa aus Südafrika. Und das war der absolute 6’er im Lotto, denn nicht nur, dass sie extrem nett war, nein sie hatte ihren ganzen Koffer voller Klamotten und schenkte mir ein T-Shirt, Leggings, eine lange weite kühle Hose und zudem eine kurze Hose.

Es war mir zwar alles viel zu groß, aber das war egal. Ich hatte bereits verzweifelt überall nach Klamotten Ausschau gehalten aber nichts gefunden, denn welche Mexikanerin hat schon so lange Beine wie ich?

Nicht nur, dass meine Hose viel zu warm war, nein sie war auch mittlerweile, nach nun 1,5 Jahren Dauernutzung, völlig hinüber und nur noch peinlich gewesen.

Das Touristen Nest in dem ich hier gelandet war brachte Abwechslung. Doch befinde ich mich in einem sagen wir mal schwierigen Alter beim Reisen. Entweder sind es alles junge Hüpfer oder es sind Touri-Gruppen die dann schon ans Rentenalter rangehen und sowieso in der Gruppe unterwegs sind.

Wenn ich Deutsche Backpacker treffe, dann siezen sie mich, was die absolute Höchststrafe für mich ist. Man könnte auch gleich zu mir sagen, „Ey Oma“. Es ist auch erstaunlich, dass ich doch mehr mit Leuten was anfangen kann die 20 Jahre älter sind als mit welchen die 20 Jahre jünger sind.

Es gab hier den neuen Schlag Backpacker. Die IPhone, Kreditkarten und Samsonite Generation. Manche davon finden es scheinbar genial, wenn sie einen billigen Flug finden um nicht im Bus zu ihrem nächsten Zielort fahren zu müssen.

Viele scheinen ihre Unterkünfte im Voraus übers Internet zu buchen um rechtzeitig eine Dusche zu bekommen, wenn sie von ihrer klimatisierten Busreise in einer neuen Stadt ankommen. Doch gibt es auch noch die anderen, die Backpacker, die sogar ein Zelt dabeihaben und jeden Cent dreimal umdrehen. Die Mischung machte es hier.

Joints werden hier zuhauf geraucht, teils rennen die Hippies halbnackt und bis über beide Ohren tätowiert total zugedröhnt durch die Gegend. Dann die Langzeit Traveller die sich mit Schmuckverkauf ihr Leben versuchen zu finanzieren. Typen die sich total feminin kleiden und ihre langen Haare zu einem Knäuel wickeln. Die einen verkörpern Bob Marley die anderen Boy George. Zudem alle Sorten von Reisende die man sich vorstellen kann. Wirklich ein riesiger Spaß.

Und dann natürlich die Fragen woher kommst Du wohin gehst Du und was hast Du bisher gemacht. Dazu Bananen Pfannkuchen mit Nutella und sogar Kässpätzle auf der Speisekarte. Einfach mal was Anderes. Das letzte Mal wurde ich mit so einem Backpacker Nest vor mehr als 2 Jahren konfrontiert, damals in Laos. Ich fand es somit richtig nett und blieb einige Tage in dem „ach wir sind alle so extrem cool“ Nest.

Natürlich stellte ich jedem mit dem ich sprach die Frage, wie sie die Mexikaner finden und was ihre Erlebnisse waren. Die Meinungen gingen da sehr weit auseinander. Es gab mindestens genauso viele die ähnliches erlebten wie ich, aber auch genauso viele die ganz begeistert von den Mexikanern waren.

Wobei man natürlich immer dazu sagen muss, wenn man zu zweit, oder von Hostel zu Hostel unterwegs ist und dort immer Anschluss hat, nimmt man natürlich eine Welt ganz anders wahr, als wenn man so unterwegs ist wie ich.

Doch habe ich auch von vielen Radfahrern, ob als Paar unterwegs oder alleine, egal ob Mann oder Frau immer wieder gehört, wie gut ihnen Mexiko gefallen hat.

Ich bin gespannt wie das wohl weitergehen wird. Wenn ich ehrlich bin fange ich an mich zu fragen ob mir Zentralamerika wirklich gefallen wird und was die Alternative ist, wenn es mir nicht gefällt?

Viele Radler mögen Zentralamerika nicht und so richtig verstanden warum hatte ich vorher nie. Doch fange ich an dahinter zu steigen. Wenn ich auch weiterhin in einer Unterkunft übernachten muss, weil es keine Gastfreundschaft gibt oder keine freien Stellen wo ich zelten kann, dann wird mich das nicht lange begeistern.

Doch hoffe ich auf viele Tiere und Nationalparks, Vulkane und nettere Menschen. Das Essen wird sich sicherlich nicht großartig verbessern. Die Hitze wird sich noch verschlimmern.

Ich war nun endlich im Dschungel. Ich hörte und sah die ersten Brüllaffen die sich von Ast zu Ast schwingen und die Welt mit ihrem extrem lauten Gebrüll unterhalten. Einfach nur klasse und so wichtig für mich um am Ball zu bleiben in diesem für mich so schwierigen Land.

Die Regenzeit steht in den Startlöchern. Eine Nacht regnete es non Stopp volle Kanne was der Himmel hergeben konnte, absolut faszinierend.

Noch zwei Rad Tage waren es bis Guatemala, endlich. Und zu meiner Überraschung waren die letzten Kilometer völlig anders. Die Häuser verwandelten sich in einfache Bretterbuden, die Kinder rannten plötzlich auf die Straße und winkten mir zu und riefen „Hola“. Ich durfte eine Nacht in einem Restaurant schlafen und wurde dabei von einem 16-Jährigen Jungen mit einer Knarre bewacht, der mir erklärte, dass es hier jede Menge wilde Tiere gibt.

Die nächste Nacht ließ mich der Boss eines der vielen Militärposten auf dem Militärgelände in einer kleinen Hütte übernachten. Das Gespräch mit ihm war sehr interessant, denn er erklärte mir, dass diese Straße die Hauptverbindung für die Drogenschmuggler sei. Die ganzen Drogen, die aus Südamerika in die USA geschleust werden kommen zum Großteil hier an seinem Posten vorbei. Auf meine Frage hin warum sie keine Drogenhunde einsetzen hatte er allerdings keine schlaue Antwort parat. Der Posten ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr besetzt, ich war also an einem sicheren Platz.

Am nächsten Morgen frühstückte ich mit einer Gruppe von Gastarbeitern aus El Salvador und Honduras die super gut drauf waren und mir so richtig Lust auf Zentralamerika machten.

Müll ist ein riesen Thema in Mexiko. Erschreckend wie viel Müll hier einfach in die Gegend geschmissen wird. Je südlicher ich kam, desto schlimmer wurde es.

Am Kassenhäuschen für Bomapak einem weiteren Ausgrabungsort, kam gerade die Kassiererin aus der Toilette und schlug die Klo-Türe vor meiner Nase zu und ignorierte mich komplett. Die Türe war verschlossen. Sie lief davon und als ich ihr hinterherrief ob sie mir doch bitte die Türe aufschließen könnte, sagte sie zu mir: „5 Pesos“.

Noch Fragen? Nein, vielen Dank Mexiko, auf nie mehr wiedersehen.

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