Bevor ich in die Ukraine fuhr musste ich mich noch von meinen neu gewonnenen Freunden Michal und Freida verabschieden, bei denen ich eine Woche bleiben durfte um auf meine neue Kamera zu warten. Wir hatten jede Menge Spass zusammen und Freida, die Huendin, wollte mich gar nicht mehr gehen lassen.

Die polnische Grenzbeamtin half mir eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren, da man die ukrainische Grenze bei Kroscienko nur per Auto ueberqueren durfte. Somit fuhr ich 30m in einem Van mit, kassierte einen Stempel, hiess mich selbst in einem neuen Land willkommen und stieg direkt nach dem Schlagbaum wieder aus und radelte meiner Wege.

Die Ukraine, kurz zusammengefasst, wuerde ich so beschreiben: katastrophale Strassen, zureuckhaltende Leute, starker Alkoholkonsum, Ostblockcharakter, tolle Landschaft, sich ins endlose ziehende Doerfer, jede Menge Kirchen und mehr Bonbons in den Einkaufslaeden als irgendetwas anderes. Es hatte Abenteuercharakter und ich fand es wirklich spannend.

     

    

    

Durch die kyrillische Schrift gab es fuer mich keinen Anhaltspunkt irgendetwas lesen zu koennen, oft hatte ich auch Schwierigkeiten zu erkennen welches Haus ein Laden oder Restaurant sein koennte, alle wirken sie total unscheinbar.

    

    

Die Karpaten in der Ukraine unterscheiden sich nicht wirklich deutlich von denen auf der polnischen Seite und trotzdem gefielen sie mir deutlich besser. Die Paesse waren hoeher und somit die Aussicht beeindruckender.

    

    

Von Komsomolsk bis Ruska Mokra waren es gerade mal 11km auf einer in gelb eingezeichneten Strasse. Ich brauchte dafuer fast 4 Stunden. Die Strasse existierte einfach nicht mehr und ich dachte oefters ich haette mich verfahren, doch ein paar Waldarbeiter bestaetigten, dass ich auf dem richtigen Wege sei. Er ging von Schlammloecher, brutal steilen Stellen mit Felsbrocken uebersaeht in einen Bachlauf ueber.

    

Zudem kam ein Gewitter auf, es hagelte und schuettete wie es kaum mehr sein konnte. Triefend nass schob ich das Rad durch den bereits anschwellenden Bach durch, mit dem schweren Rad ein hartes Stueck Arbeit.

Am Abend traf ich ein paar deutsche Endurofahrer die meine Erzaehlungen etwas belaechelten, aber am naechsten Tag auf dem gleichen Weg umkehren mussten und sie mich somit auf ihrem Ausweichweg wieder ueberholten und mir ihre Pleite beichteten.

Als ich die Grenze nach Rumaenien ueberquerte war ich nicht nur wieder in der EU, sondern betrat auch das 70. Land meines Lebens. Mir fehlen somit nur noch 123 bis ich sie alle gesehen habe, es sieht somit wohl so aus als muesste ich noch eine Weile lang radeln…..

Mal sehen was Rumaenien zu bieten hat.

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