Payson empfing mich mit einer Übernachtung im Kinosaal, denn ich kam bei warmshowers Gastgebern unter und die hatten ein eigenes Kino im Haus. Es gab Reste vom
„Thanks Giving“ Essen, zusammen mit einer anregenden Diskussion über die Welt. 
 

Weltoffene, wohlhabende Amerikaner, die selber bereits viel gereist sind. Immer wieder
spannend solche Unterhaltungen.

 

In einem Laden kaufte ich ein und wunderte mich, dass die Nudeln anstelle 1.39 $ in der
Kasse mit 2.78 $ erschienen und ich meinte zum Personal, dass der Preis nicht stimmt.
Ohne weiter nachzuschauen, glaubte mir der Verkäufer und änderte händisch den Preis
in der Kasse. Wow, da war ich echt beeindruckt. Das würde es in Deutschland niemals
geben, da würde der Preis immer kontrolliert werden. 
 

Das erinnerte mich sofort an ein Cafe, in dem ich mit Ron in Flagstaff war. Wir sassen
an der Bar und neben uns stand die Trinkgeldkasse voll mit Dollarscheinen – nach obenhin
offen. Es wäre ein leichtes gewesen die Scheine einfach heimlich einzustecken.

Das finde ich klasse, selbst in einer Stadt haben die Leute so viel Vertrauen zueinander,
dass sie bedenkenlos das Glas offen stehen lassen.

Auch gibt es viele grosse Supermärkte, in denen man den Laden einfach verlassen könnte,
ohne an der Kasse vorbeizulaufen.

An manchen Kassen kann man für Hilfsbedürftige fertig gepackte Einkaufstüten kaufen
um sie zu spenden. Wie allgemein bekannt sind die Amerikaner ja gross im spenden.

Es widerspricht sich nur total mit ihrem Privatbesitzhype, den sie teils in den abgelegenen
Gegenden an den Tag legen. In den Städten dagegen sieht man die private property Schilder nirgends.

Es scheint, als fühlten sich Leute in den Städten sicherer als draussen auf dem Land, etwas was ich sonst immer anders erlebt habe, egal in welchem Land ich bisher war. Irgendwie bekomme ich das noch nicht so wirklich sortiert.

 
Von Payson ging es erstmal 1000 Höhenmeter in einem Rutsch abwärts. Genial und plötzlich war es richtig heiss. An einem kleinen Lädchen machte ich Pause und unterhielt mich mit der netten Besitzerin. Es ist einfach herrlich wenn man sich in einem Land unterhalten kann. Ich geniesse das nach der langen Zeit in Asien einfach total.

Doch merke ich trotz allem, obwohl die USA von der Mentalität her so viel näher an uns
Deutschen dran ist, als irgendein Asiatisches Land, bin ich eben doch Ausländerin.

Es ist natürlich auch immer schwerer den Anschluss zu bekommen, je länger ich unterwegs bin. Die Leute leben in ihrer eigenen Welt, können sich in meine nicht wirklich rein versetzen, garantiert noch weniger als ich mich in ihrer Welt zurecht finde. Es ist einfach schwierig, wenn man anders ist. Doch bin ich natürlich für viele auch sehr exotisch und dadurch automatisch interessant.

 
Auf einer Schotterpiste näherte ich mich der Kakteenwelt. Ich traf nette Indianer, lustige Typen und coole Cowboys und hielt mit dem ein oder anderen ein kurzes Gespräch. So was liebe ich total.

Die Saguaros, riesige Kakteen, die es hier in der Gegend gibt, wurden immer prächtiger
und einen Platz zum zelten zu finden immer einfacher. Die Landschaft war sensationell
und ich hatte sie fast für mich alleine.

An einem Haus ohne „no trespassing“ Schild näherte ich mich langsam der Einfahrt.
Der Besitzer war gerade bereit um mit seinen Hunden spazieren zu gehen und ich fragte
ihn ob ich denn bei ihm in der Nähe irgendwo zelten könnte.

„Klar, kein Problem. Wir haben ja genug Platz. Wenn Du willst kannst Du auch ein Feuer machen.“ „Prima, ganz lieben Dank“.

 

Spazieren ging er übrigens in dem er im Auto fuhr und seine Hunde neben ihm her rennen lies. Nett wie der Kerl war, kam er nochmals bei mir vorbei und schaute ob alles ok ist.

Der Sheriff hielt mich am nächsten Tag an. Er hätte gehört, dass da eine Frau alleine mit dem Rad unterwegs ist und er wollte nun mal schauen ob es mir gut geht. Aha, interessant,  aber doch auch richtig nett dachte ich.

An einem Visitor Center am Theodore Roosevelt Stausee machte ich Pause. Die Frau im Visitor Center mochte mich irgendwie nicht und wollte mir alle weiteren Ideen, die ich für die Gegend hatte, wieder ausreden. Doch kam ein Pärchen vorbei und war ganz interessiert an mir.

Sie schenkten mir Essen und meinten noch zum Abschied „es gibt auch nette Amerikaner, wir sind nicht alle bekloppt“. „Das weiss ich“, erwiderte ich ihnen und war sehr überrascht über die Aussage, weil sie völlig aus dem Nichts kam.

Das hatte ich übrigens schon einmal in Japan erlebt. Ich hielt eine Amerikanische Radlerin für eine Kanadierin und sie war ganz happy darüber und meinte „oh klasse, dass Du mich verwechselt hast, ich wäre ja viel lieber Kanadierin, ist mir doch total peinlich wo ich her komme.“ Ich fand das damals ziemlich lustig.

Kurz vor Globe krachte es kurz und mein Sattel lag neben mir auf der Strasse. Sattelstütze gebrochen. 70.000 km hat das Rad nun drauf, da darf so was mal passieren. 

Ein Glück war ich gerade nicht schnell unterwegs gewesen, hatte mich also nicht dabei verletzt.
Das Problem war nur, wo bekomme ich nun eine neue Sattelstütze her?

Es gab einen warmshowers Gastgeber in Globe, den ich sofort kontaktierte und der mich auch sofort aufnahm. Bei dem älteren Pärchen hatte ich riesen Glück, denn er hatte eine ganze Werkstatt inkl. jede Menge Räder und so gab er mir einfach eine Sattelstütze von ihm, die sogar einigermassen passte.

Sie waren Mormonen und hatten 8 Kinder und 28 Enkelkinder. Für meinen weiteren Lebensweg bekam ich die Bibel der Mormonen geschenkt.

Am nächsten Tag hatte ich keine Lust mehr – meine Motivation war komplett im Keller –
daher ging ich zu Mc Donalds um dort das WIFI zu nutzen und traf auf ein paar Rentner,
die sich dort täglich in ihrem selbsternannten „Office“ treffen. 6 Männer sassen dort und recherchierten im Internet und fühlten sich wie zu Hause.

Wir kamen ins Gespräch.

„Hast Du eine Waffe?“

Während ich ihnen antwortete entdeckte ich zwei Männer mit Pistolen am Gürtel an der Kasse stehen. 

„Du brauchst doch eine Waffe hier draussen ganz alleine.“

„Was Du willst nach Mexiko, ohne Pistole? Du bist ja wahnsinnig. Mexiko ist doch noch viel schlimmer als Arizona. Mädchen das ist viel zu gefährlich!“

„Warum lasst Ihr Deutschen eigentlich die ganzen Muslime ins Land?“ kam als nächstes. Fakt ist, dass die Amerikaner, zumindest die die ich bisher getroffen habe, deutlich mehr interessiert an der Welt sind, als mir das vor 10 Jahren in den USA aufgefallen ist.

Ich bin nun schon häufig wegen der Flüchtlingsproblematik angesprochen worden und einige davon finden die Vorgehensweise der Deutschen auch positiv. Es gibt eben wie immer solche und solche.

Ich habe zudem auch jede Menge Leute getroffen, die mit der Waffenthematik ganz anders umgehen und nur den Kopf darüber schütteln wieviele Waffen in den USA im Umlauf sind. Wie in vielen Themenbereichen ist auch da das Land gespalten.

Sicherlich ist Arizona auch nicht repräsentativ für den Rest der Nation. Arizona ist Cowboyland, da ticken die Uhren ein wenig anders.

  

Die Produkte sind deutlich internationaler geworden. Es gibt jetzt selbst auf dem Land im Supermarkt Asiatische Gewürze und eine riesen Auswahl an Gemüse und Bio Produkte. Auch der Inder oder Chinese, der Italiener oder Thailänder ist in etwas grösseren Orten überall zu finden. Über die Vielfalt der Bio-Produkte im Bio Laden bin ich schon fast überwältigt, das hätte ich so nie erwartet.

Leider sind die Preise beim derzeitigen Dollarkurs kein Schnäppchen. Ich schau schon immer wieder ganz genau hin um mich zwar gesund, aber trotzdem preiswert zu ernähren. Ist nicht immer ganz einfach. Die Lebensmittelpreise sind auf jeden Fall deutlich höher als in Deutschland.

Auch ist das einst so billige Land was Sportausrüstung und Elektronikartikel anbelangt leider nicht mehr so das Schlaraffenland wie es mal war. 

In meiner Stimmungskrise übernachtete ich nochmals in Globe in einem billigen Hotel. Ich brauchte die kurze Zeit um mich wieder zu motivieren. Ich chattete mit ein paar anderen   Reisenden, die ich entweder über Facebook kennengelernt habe, oder im Laufe der Zeit irgendwo unterwegs getroffen habe.

Gleichgesinnte. Menschen, die zwar weit weg sind, aber die mich oftmals am Besten verstehen. Mir hilft das in Krisen sehr und ich bin sehr dankbar über die Möglichkeit, sie jederzeit kontaktieren zu können. Auch ich versuche anderen, in deren schweren Zeiten dort draussen, Mut zuzusprechen. Ich weiss also, ich bin nicht die einzigste Solo Reisende, die ab und an Schwierigkeiten mit dem allein sein hat.

Als ich ins Bett ging war ich komplett gefrustet, doch als ich morgens aufstand, trat ich mir
selber in den Hintern und sagte mir: „Komm jetzt, mecker nicht rum, die Welt da draussen ist genial und Du wirst sehen, der Tag bringt wunderschöne Landschaften“. 
 

Und so war es. Wie immer begeisterte mich die Welt hier draussen. Arizona ist traumhaft schön. Über einen „scenic byway“ also eine ausgeschilderte, landschaftlich attraktive Strasse des Staates Arizonas, fuhr ich weiter in Richtung Mexiko.

In San Manuel ass ich in einem Junk Food Laden ein paar Pommes und musste über die primitive Unterhaltung der beiden Angestellten ordentlich grinsen.

„Fuck, halts Maul, verschwinde, leck mich ……“
Die Pommes waren mindestens genauso schlecht wie der Umgangston.

Auf einer wunderschönen Piste ging es durch eine geniale Kakteenwelt weiter in Richtung Süden.
Es war zum heulen schön. Zwischen den Kakteen stellte ich mein Zelt auf und genoss die Nacht umgeben von riesigen Saguaros. Leider schossen wieder einmal ein paar Leute in der Nähe dumm in der Gegend umher und irgendwie machte mich das doch etwas nervös.

Von Redington nahm ich die Redington Road Richtung Tucson. Eine abgelegene, hügelige,
gigantisch schöne Gegend.

Im Laufe des Tages begegnete ich einem Motorradfahrer, den ich nach Wasser fragte,
denn ich brauchte für die Strecke länger als erwartet. Ich gab ihm meinen Wassersack,
da er auf dem Weg zu einem Freund war und auf dem Rückweg sowieso wieder bei mir
vorbei kommen würde.

Mit einem vollen Sack kam er zurück und wünschte mir lebe wohl.

 
Normalerweise bevorzuge ich beim zelten nicht gesehen zu werden, doch an diesem Abend  stellte ich mich auf einen Parkplatz, da ich die letzten Kilometer immer wieder Schüsse aus den unterschiedlichsten Ecken hörte und mir dachte, lieber sehen mich die Leute, als dass ich irgendwo ausversehen nicht gesehen werde.

Ein Amerikaner meinte eh mal zu mir. Mach Dir keine Sorgen wenn Du nachts irgendwo zeltest.
Die Leute rechnen nicht damit, dass in dem Zelt eine Frau alleine liegt und ausserdem glauben sie sowieso, dass Du eine Waffe bei Dir hast.

Obwohl es bisher immer und überall sehr sauber war, lagen hier auf dieser Strecke viele
Munitutionshülsen herum. In der Nacht kamen Leute, doch ein Glück hatten sie nur eine
kleine Party am laufen.

Tucson zieht sich wie Kaugummi. Eine Amerikanische Stadt wie jede andere.
Mc Donalds zur linken, Burger King zur rechten, dazwischen Autos, langweilige Fassaden
und ein paar Shopping Malls. Angeblich ist es eine bekannte Bike Stadt. Nunja,
insgesamt habe ich zwei andere Radfahrer getroffen. 
 

Mein Geld war alle, doch meine Maestro Karte wurde leider nirgends akzeptiert. Mit meinen letzten 70 cent versuchte ich irgendwo ein kühles Getränk aufzutreiben, denn es war ein richtig heisser Tag. An der Kasse schenkte mir die Frau aus ihrem Trinkgeldbecher 25 cent, damit ich mir einen Becher Cola abfüllen konnte.

So was finde ich immer wieder genial in den USA und ich war der Frau wirklich sehr dankbar. 
 

Ich war immernoch nicht aus Tucson draussen, als es langsam dunkel wurde und ich in einer kleinen Siedlung am Rande der Stadt nach einer Zeltstelle Ausschau hielt. Das Gute ist, wie schon erwähnt, dass es innerhalb von Städten super selten irgendwelche Betreten verboten Schilder gibt und somit versuchte ich bei Leuten an der Türe zu klopfen und zu fragen ob sie eine sichere Zeltstelle für mich haben.

Ich sah in mehreren Häusern Leute umher laufen, aber niemand machte die Türe auf. Viele Häuser haben keine Klingel, ich rief somit von aussen, oder klopfte an der Türe. Eine Frau machte den Vorhang auf und als sie mich sah, zog sie ihn wieder zu. Die Türe machte sie nicht auf.

Ein weiteres Haus. Ich stellte mich extra weit weg vom Haus, um den Leuten nicht zu nahe zu kommen. Ein Mann öffnete die Türe und ich erklärte ihm meine Situation. Ich fragte ihn ob ich ausserhalb seines Grundstücks zelten dürfte.

Doch er meinte, dass das ganz sicher keine gute Idee sei, denn vor ein paar Tagen hätte
es 3 Einbrüche in der Gegend gegeben und die Leute würden ganz sicher die Polizei anrufen, wenn sie mich dort zelten sehen.

Er schickte mich auf eine Schotterpiste auf der ich sicherlich eine Stelle finden würde. An vielen Häusern kläfften die Hunde und ich war innerlich am Ende froh, als ich im stockdunkeln das Tor zur Schotterpiste gefunden hatte und einen sicheren Platz inmitten von Kakteen ausfindig gemacht hatte, denn auf diese seltsame Wohngegend hätte ich am Ende eh keine Lust mehr gehabt.

Ich fragte mich auch, was würde eigentlich passieren, wenn ich das gleiche in Deutschland machen würde. Sicherlich hätten die Leute mir die Türe aufgemacht, aber hätte ich im Garten zelten dürfen? Wohl eher nicht, aber sie würden sicher nichts sagen, wenn ich neben dem Grundstück zelten wollte.

Bestimmt hätten sie auch keine Angst, dass ich ihnen etwas tun würde, sie wären nur besorgt ob ich Müll hinterlasse. Aber ob ich damit richtig liege weiss ich nicht und werde das mal bei irgendeiner Gelegenheit austesten.

Ich hatte Hunger, aber leider blieb an diesem Abend das Essen aus, denn ich bekam den Kocher nicht mehr zum laufen. Der Gaskocher war kaputt. Ein Feuer wollte ich in der Gegend sicherheitshalber nicht machen, denn ungesehen ist immer besser, schliesslich war ich noch nicht aus der Stadt wieder richtig draussen.

Doch wusste ich, am nächsten Tag wollte mich Ron aus Flagstaff abholen um Weihnachten bei ihm und seiner Familie feiern zu können. Ich musste also nur noch ein paar Stunden den knurrenden Magen ertragen.

Ich war also wieder in Flagstaff.

Die Vorweihnachtszeit verging wie im Flug und der Heilige Abend war genau wie in Deutschland. Zuerst Kirche, dann Essen und danach die ersten Geschenke auspacken. Mehr Geschenke gab es dann am nächsten Morgen vom „Santa Claus“ der ja bekanntlich durch den Kamin geflogen kommt.

Auf meine Frage hin zu den Kindern, wie denn der dicke Weihnachtsmann in den engen Kamin passt, bekam ich nur staunende Gesichter gezeigt, eine schlaue Antwort hatten sie darauf keine. Ich war sehr froh über die Einladung. Es ist eben doch ein Familienfest und sicherlich hätte ich keine gute Zeit alleine im Zelt gehabt. Heimweh tut manchmal eben doch weh.

  

Die Firma ORWI schickte mir zu Weihnachten zwei langärmelige Unterhemden, Mütze und Socken. ORWI hat sich auf Merinowolle Radkleidung spezialisiert und hatte mir bereits vor 10 Monaten zwei Radtrikots für den Langzeittest geschickt, mit denen ich mehr als zufrieden bin.

Die Trikots sind spitzenklasse. Ich trage sie Tag und Nacht und liebe sie heiss und innig, weil sie auch nach 3 Wochen Dauereinsatz noch nicht riechen. Sie sind kuschelig und warm. Ich bin gespannt wie die neuen Teile sind.

Herzlichen Dank ORWI, dass Ihr mich zum testen auserwählt habt !

Am 29.12. musste ich das Land verlassen. Ich hatte noch 2 Tage und der liebe Ron fuhr mich wieder zurück nach Tucson, damit ich von dort den Rest bis zur Grenze radeln konnte.

Ich zeltete die Nacht bei der Feuerwehr. Die ganze Mannschaft war einfach klasse gewesen. Zum Frühstück wurde ich mit Tee und french toast verwöhnt und hatte es anschliessend nicht mehr weit bis zur Grenze.

Ich war nervös. Sehr nervös sogar. Es zog mich nichts nach Mexiko, sondern ich wollte wieder zurück in die USA. Ich wollte erst Nordamerika bereisen bevor ich Lateinamerika angehe und hoffte auf irgendeine Lösung meines Visum Problems.

Normalerweise kann man einen sogenannten visa-run über die Grenze nach Mexiko nicht machen, da Mexiko, Kanada und auch die ganzen Karibik Staaten für die 90 Tage Aufenthaltserlaubis, die einem die Staaten gewähren, zu den USA gezählt werden um Leute davon abzuhalten sich unendlich lange in den USA aufzuhalten. Man verlässt theoretischwerweise das Land gar nicht, wenn man die Grenze zu Mexiko übertritt.

Auch nach dem Ablauf der 90 Tage steht dem Beamten offen, ob er einen wieder einreisen lässt oder nicht. Ich wusste also, dass dieser eine Mensch, der mir an der Grenze begegnen wird über den Verlauf meiner weiteren Reise entscheiden wird. Doch wusste ich von einigen anderen Reisenden, dass sie ohne Mühe wieder für weitere 90 Tage in die USA durften.

Die Ausreise in Nogales war völlig unproblematisch und auf der US Seite gab es noch nicht einmal einen Offiziellen der mich verabschiedete. Ebenso wenig wie auf Mexikanischer Seite.

Ich war in einem neuen Land und hatte weder einen Auf-Wiedersehen Stempel bekommen noch einen Hallo Stempel.

Kaum ausgereist, drehte ich sofort wieder um und versuchte wieder einzureisen und stand
dabei 2 Stunden in der Schlange an.

„Wieso möchten Sie noch einmal in die USA?“ „Ich möchte nach Kanada und bin mit dem
Rad unterwegs, da brauche ich einfach etwas länger bis ich dort bin“, gab ich als ehrliche
Antwort.

„Ok, das macht 6$ und sie dürfen bis zum 26.3. in den USA bleiben,“erwiderte mir der
Grenzbeamte.

Ich war erleichert und richtig froh zugleich. Ich war also wieder im Land der unbegrenzten
Möglichkeiten und hatte ein neues Ziel – Alaska.

 

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