Reisen in Mexiko, mit Hund und Motorrad 

Okt 17, 2022 | Blog, Mexiko

An der Grenze in Ojinaga / Texas ging alles sehr zügig. Ich musste für die Einfuhr des Motorrads 400 US-Dollar hinterlegen, die ich an der Grenze zu Guatemala wiederbekommen werde. Man will damit verhindern, dass jemand Fahrzeuge im Land verkauft.

Für Butch gab es keine Auflagen. Sechs Monate darf ich und das Motorrad in Mexiko bleiben.

Mexiko ist für viele, vor allem für die US-Amerikaner, das Schreckgespenst schlechthin und man sollte die Grenzregionen zu den USA, so schnell wie möglich wieder verlassen.

Wenn man es oft genug hört, glaubt man es irgendwann und deshalb war ich nervös.  

Bisher hatte mit Butch und Motorrad alles gut funktioniert, doch Lateinamerika ist zweifelsohne eine andere Liga.

Die ersten 400 Kilometer fuhren wir daher sicherheitshalber auf der gebührenpflichtigen Autobahn. Ich wollte danach aber natürlich so schnell wie möglich wieder auf kleine Straßen ausweichen.

Vor allem, um dem heftigen Verkehr in Mexiko aus dem Weg zu gehen, aber auch um meinen Reisestil wieder aufzugreifen. Doch wie ich lernen musste, war das alles gar nicht so einfach.

In Chihuahua, dem großen Bundesstaat im Norden, dort wo die Hunderasse ihren Namen bekommen hat, bogen wir von der Autobahn ab, um in die Pampa zu kommen.

In einem kleinen Dorf traf ich auf einen sehr freundlichen Mexikaner, der mich zu Robyn brachte.

„Robyn ist Amerikanerin. Sie und ihre Familie sind sehr angenehme Menschen und sicherlich freut sie sich, wenn sie Besuch bekommt“, meinte er zu mir und ich hatte den Eindruck er war richtig froh mir helfen zu können.

„Fahr mir hinterher, du findest das sonst nicht“ rief er mir zu.

Robyn heiratete vor vielen Jahren einen Mexikaner. Sie ist Pferdenarr und Cowgirl, kann super kochen und hat ihre drei Kinder hier auf der Farm großgezogen.

Vier interessante Tage durften wir bei Robyn verbringen und zum Abschied sagte sie zu mir: „Ihr seid jederzeit wieder herzlich willkommen.“

Robyn’s Frijoles Rezept (die besten, die ich je in Mexiko gegessen habe)

Zwei Becher rote Bohnen
¼ Zwiebel
Eine Chili Jalapeño halbieren
Vier Knoblauchzehen

35 Minuten zusammen mit Wasser im Schnellkopftoch kochen

½ Zwiebel
½ Jalapeño
½ Tomate
Zwei Knoblauchzehen

Alles klein schneiden und in der Pfanne mit Olivenöl anbraten.
Bohnen dazugeben, aufkochen, mit Salz abschmecken und pürieren.

Die Regenzeit war in vollem Gange und so konnten wir einige Wege nicht fahren, kamen aber trotzdem über kleine Straßen in den Ort Creel.  

Creel ist eines der 132 Pueblo Magicos, die es in Mexiko zu finden gibt.

Pueblo Magico ist eine Auszeichnung, die das mexikanische Fremdenverkehrsbüro verteilt. Magische Dörfer, die ganz besonders sehenswert sind und somit durch die Ernennung zum Pueblo Magico vom Tourismus entdeckt werden und davon profitieren können.

Bei Creel ist das sehenswerte nicht der Ort, sondern die Umgebung. Auf 2000m Höhe gelegen, hat es ein angenehmes Klima und ist von wunderschönen Felsformationen umgeben. Zudem ist der Ort in der Nähe des Copper Canyons, welcher größer sein soll als der Grand Canyon in Arizona.

In einer preiswerten Ferienwohnung konnten Butch und ich uns an Mexiko gewöhnen. Die Straßenhunde waren freundlicher als erwartet und die Wanderwege richtig super, so dass wir den ganzen Tag draußen unterwegs waren.

Der Canyon selbst, mit seinen touristisch ausgeschlachteten Aussichtspunkten ist mir dagegen innerhalb von fünf Minuten auf den Keks gegangen. Zumal ich dort auch schon einmal war und damals schon keine richtige Begeisterung dafür aufbringen konnte.

Es regnete oft und viel und es war dadurch teilweise sogar richtig kalt gewesen. Meine größte Sorge war anfangs, dass es uns im Sommer in Mexiko viel zu heiß werden wird, vor allem Butch hat ja große Schwierigkeiten mit der Hitze, aber der Gedanke schien unbegründet.

Wir hatten dafür andere Probleme. Einige sogar. Eines der am schwerwiegendsten war, dass wir nirgends zelten konnten.

Zäune, Zäune und noch mehr Zäune. Das ganze Land scheint ein endlos langer Zaun zu sein. Dazwischen Tore, die verriegelt sind und Farmhäuser, die weit weg von der Straße stehen.

Fragen, ob wir auf irgendwelchen Grundstücken zelten können, war nicht möglich. Wir waren somit immer wieder auf Hotels angewiesen. Doch viele der Hotels erlauben keine Hunde und von daher wurde aus meiner sonst so spontanen Reiseart, eine fast schon vorgeplante Strecke.

Plötzlich war der Weg nicht mehr das Ziel – sondern das Ziel das Ziel.

Ich fing an mir Apps wie AirBnB und booking.com herunterzuladen, um vorher zu schauen, welche Unterkünfte Hunde erlauben. Ich, die noch nie in ihrem Leben jemals eine Unterkunft im Voraus gebucht hat.

Ich bin es gewohnt am Ende des Tages mein Zelt aufzustellen oder, wenn es sein muss, dass ich irgendwo für die Übernachtung bezahle, aber irgendetwas im Voraus planen? Ja, das war neu für mich und zugebenerweise hatte ich da meine Schwierigkeiten damit!

Ich schaute somit, wo es schöne Pueblo Magicos gab, und steuerte diese zielsicher an. Dazwischen wunderschöne Landschaften, abwechslungsreich und interessant, aber leider hatten wir kein Zugang. Denn wie bereits erwähnt versperrte uns der Stacheldraht die Welt, in der ich gerne zu Hause bin.

Unterwegs mal anhalten und innehalten? Blumen bestaunen, irgendwelchen Menschen Hallo sagen, auf der Wiese tollen, in Ruhe fotografieren – nein, leider auch Fehlanzeige.

Die Straßen haben keinen Seitenstreifen. Feldwege enden an Toren. Es geht sofort vom Teer schräg ins Gebüsch. Nahezu nie eine ebene Stelle, wo ich das Motorrad hätte sicher abstellen können.

Wir gingen auf Friedhöfen oder Tankstellen spazieren. Wir liefen durch Müll, Glasscherben und neben der Straße entlang. Wir kamen nirgendswohin. Butch und ich sind es gewohnt, dass wir jeden Tag zwei bis drei Stunden, wenn nicht noch mehr, wandernd in der Natur unterwegs sind. Das war hier nahezu nie möglich.

Je südlicher wir kamen, desto mehr nahm der Verkehr zu. Teils fand ich es gefährlich, wie ich da immer wieder super knapp überholt wurde.

Ich gehöre zu der langsamen Sorte und halte mich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Mexikaner dagegen sehen das ein wenig anders.

Viel mehr als 60km/h fahre ich selten. Oft geht es wegen der vielen Schlaglöcher eh nicht schneller. Das langsame Fahren tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch meinem Geldbeutel. 2.5 Liter braucht die Himalayan bei meiner Fahrweise. Bemerkenswert.

Bremsschwellen sind ein weiteres Negativstichwort. Sie sind überall und es gibt sie in allen Varianten. Mexiko ist unter Reisenden für dieses absolut idiotische System weitreichend bekannt. Wenn ich sie nicht rechtzeitig sehe, werden wir ordentlich durchgeschüttelt.

Entweder sind es richtige Wellen aus Teer oder aber flache Hüte aus Metall. Mit einem Auto schon nervig, aber mit dem Motorrad eine echte Zumutung und nicht ungefährlich. Ein pausenloses Stopp and Go. Witzigerweise stehen an den Schwellen oftmals Händler, die ihre Waren an den Mann bringen wollen.

Das Motorrad fuhr tadellos. Mit dem vielen zusätzlichen Gewicht ist es allerdings schnell passiert, dass die Enfield umkippt.

Ein Glück haben wir bisher immer schnell jemanden gefunden, der geholfen hat, denn ich schaffe es nicht die Maschine wieder alleine aufzustellen.

Ja, mir wurden etliche Male irgendwelche YouTube Filme zugeschickt, wo erklärt wird, mit welcher Technik man das Motorrad allein aufstellen kann.

Oftmals sieht man allerdings, dass deren Motorräder vom Winkel her bei weitem nicht so tief am Boden liegen wie meins. Entweder sie haben größere crash-bars oder Aluboxen, die weiter rausstehen. Zudem bereitet die Hundebox für mich große Schwierigkeiten einen geeigneten Griff zu finden, um die Himalayan wieder aufzustellen.

Sicherlich liegt es auch an meiner eigenen Unfähigkeit – wie auch immer – ich kriege es nicht hin. 250kg sind halt auch kein Pappenstiel.

Auf Dauer ein Riesenproblem. Hier in Mexiko kommt ständig jemand vorbei, weil Mexiko stark besiedelt ist, aber mein Ziel ist ja Südamerika und da muss ich sagen, finde ich es nicht ganz so verlockend, wenn ich dann irgendwo in der Pampa stehe und 3 Tage warten muss, bis mir jemand hilft die Maschine wieder aufzustellen. Vor allem dann, wenn ich einen Unfall hatte und evtl. verletzt bin.

Auf der Jagd nach kleinen Straßen, kamen wir irgendwann ins heiße Viesca.

Zuvor waren wir nicht allzu oft besonders herzlich in irgendwelchen Hotels aufgenommen worden. Es fühlte sich eher so an, als müsste ich mich dafür entschuldigen, dass ich übernachten und Geld bezahlen möchte.

Leider gab es auch öfter mal Probleme, wo ich mein Motorrad sicher abstelle, damit am nächsten Morgen nicht plötzlich zwei vor meiner Hotelzimmertüre standen.

Es musste also ein bezahlbares Hotel sein, zudem hundefreundlich und es musste einen Innenhof haben. Drei Bedingungen, die mich oft lange suchen ließen.

Der kleine Ort Viesca dagegen, ein Pueblo Magico, war voller liebenswerter Menschen, die sich alle riesig freuten, dass wir ihr Dorf besuchten. Butch spielte mit den meist freundlichen Straßenhunden und ich versuchte mein Spanisch anzuwenden. Uns gefiel es hier sehr gut.

Ein gemütlicher Ort. Keine Hektik, kaum Autos, ruhig und absolut sicher. Der Dorfkern sauber, bunt und gepflegt. Um aber unseren morgendlichen Spaziergang durch die Natur zu absolvieren, mussten wir leider auch hier durch den Müll laufen, den das Dorf einfach am Dorfrand in die Wüste kippt.

Wie eben fast überall wo wir bisher in Mexiko unterwegs waren.

Wir hatten eine kleine private Unterkunft gefunden, in der die Besitzerin und ihre Kinder, mich mit Vollpension und interessanten Gesprächen verwöhnte. Wir saßen viele Stunden bei ihr in der Küche und unterhielten uns über ihr Leben, ihre Sorgen und Gedanken. Soweit mein Spanisch das eben zuließ.

Als wir gepackt vom Hof rollten, verabschiedete sich die ganze Familie äußerst liebevoll von uns. Insgesamt hatten wir dort eine tolle Zeit.

Butch findet das Motorradfahren cool. Er sitzt weit oben und hat den besten Blick nach draußen. Kuschelt sich während der Fahrt immer wieder an mich, oder schläft, wenn es ihm langweilig wird. Selbst wenn wir umfallen, scheint ihn das nicht weiter zu irritieren.

Das nächste große Ziel für uns war Real de Catorce. Ein weiteres Pueblo Magico, von dem ich seit vielen Jahren immer wieder hörte und ich es nun unbedingt besuchen wollte.

Die berühmte 24 Kilometer lange Kopfsteinpflasterstraße, die sich den Berg auf 2700m hinaufschraubt und die schon fast an die Römerzeit erinnerte, war, sagen wir es so: sehr gewöhnungsbedürftig. Genau wie der stockdunkle Tunnel, der in den Ort führte und die kleinen, engen und super steilen Gassen. Ich gebe zu, da habe ich ordentlich geschwitzt.

Auf der anderen Seite war es im Vergleich zum Fahrrad eine schnelle und einfache Aktion. Ich bekomme gar nicht mehr so richtig mit, dass wir so schnell an Höhe gewinnen. Alles lässt sich so leicht erreichen. Ein Berg hat nahezu keine Faszination mehr, weil man sich ihn nicht mehr erarbeiten muss. Wobei die Kopfsteinpflasterstraße da eine Ausnahme war.

Wir fanden ein schönes Zimmer abseits des Dorfkerns und hatten dort unsere Ruhe, denn außer uns wohnte da niemand. Natürlich musste ich erstmal wieder alle Taschen abnehmen, das verzurrte entzurren und alles der Reihe nach ins Zimmer tragen.

Auch da dachte ich wieder an die gute alte Zeit zurück, als ich das Fahrrad einfach samt Packtaschen ins Hotelzimmer gerollt habe und mir nicht weiter einen Kopf um irgendetwas machen musste.

Wie sage ich immer so schön? Je mehr man besitzt, desto mehr Ärger hat man.

Allerdings wäre ich mit dem Fahrrad garantiert gar nicht erst hier oben gelandet, das ist nämlich die andere Seite der Medaille. Real de Catorce liegt bekanntlich so weit weg von Allem, dass sich hier kaum mal ein Radler hin verirrt.

Wie immer im Leben, es hat halt alles seine zwei Seiten.

Der Ort selbst ist schnell gesehen. Die Umgebung dagegen grandios. Wir waren daher jeden Tag viele Stunden draußen und stapften durch Ruinen aus vergangenen Zeiten, als hier noch Bergbau betrieben wurde.

Ich bewunderte die Pflanzenvielfalt und war einfach froh mal wieder frische Luft atmen zu können. Die Stille zu hören und nicht pausenlos dieses schwere Motorrad an der Backe zu haben und verzweifelnd zu versuchen es irgendwo abzustellen?

Ich musste mir zudem nicht überlegen, wo ich meinen Helm und Schuhe lasse, weil ich mal eine Runde spazieren gehen wollte.

Wir kannten schon bald den ganzen Ort. Butch hatte jede Menge Straßenhunde als Kumpels gewonnen und ich war froh, dass wir das Straßenhundeproblem in fast jedem Ort bisher gut im Griff hatten. Wir haben beide viel dazu gelernt.

Ganze acht Tage blieben wir und ich verließ den Ort mit neuer Kraft und Elan, denn der Elan schien mir unterwegs ein wenig verloren gegangen zu sein.

Nächste Station war San Luis Potosi. Über Couchsurfing fanden wir eine Unterkunft im Stadtzentrum. Die Warmshowers Community darf ich ja leider nicht mehr verwenden, da ich ja nicht mehr radle, zumindest im Moment nicht mehr.

Ein Schwulenpaar nahm uns herzlich auf und Butch und ich konnten drei Tage in der Stadt verbringen. Naja, eine Stadt halt, so richtig vom Hocker gehauen hat sie mich nicht. Aber das Essen war dort sehr lecker und preiswert.

Die meisten Mexikaner haben Angst vor Hunden. Auch in der Stadt war das so. Viele machen einen großen Bogen um uns.

Ein paar weitere, nicht sonderlich interessante Pueblo Magicos lagen noch auf der Strecke, bis ich mich entschied auf den Trans-Mexico Trail auszuweichen. Der Verkehr machte keinen Spaß, zumal ich ein paar Situationen hatte, die nicht ungefährlich waren, weil Autofahrer mich nicht sahen oder ignorierten.

Mein Motto seit vielen Jahren ist und bleibt: Das gefährlichste am Reisen ist der Verkehr, das zählt für das Motorrad nun noch viel mehr.

Hier entsteht Tequila
fermentierte Agave – schmeckt sehr süß – wird gepresst und ist der Grundstock für Tequila

Die Trans-Mexiko Route ist ein Bikepacking-Trail, der sich Richtung Süden schlängelt und von dem mir ein paar Radler vorgeschwärmt hatten.

Angeblich 50% Piste und der Asphaltanteil verläuft auf ruhigen Straßen. Das klang gut. Die Regenzeit war weiterhin in vollem Gange und somit wusste ich nicht, was mich auf den Pisten erwarten wird, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Der Anfang war gemacht und alles lief besser als erwartet. Tolle Landschaft und relativ ruhige Wege, bis ich abends versuchte eine Zeltstelle zu finden und ein paar Jungs fragte, ob sie vielleicht jemanden wüssten, bei dem wir unser Zelt im Garten aufstellen könnten?

„Fahr uns einfach hinterher“ meinte der eine auf dem Moped. Wir fuhren durch ein kleines Dorf, kamen nach vielen Gassen und Kurven und dem allgegenwärtigen Pflasterstein, um eine scharfe und uneinsichtige Abbiegung und da passierte es.

Ich hatte leider nicht mit einem plötzlichen Fahrbahnbelagswechsel gerechnet und wurde vom Sand völlig überrascht. Wir landeten zwar weich und hatten auch kaum Tempo drauf, aber ich hatte meinen Fuß verdreht und klemmte unter der Satteltasche fest. Das schwere, etwa 250 kg (mit Butch) wiegende Motorrad lag auf meinem Fuß und ich konnte mich nicht mehr befreien.

Panik kam auf und ich bangte um meinen rechten Fuß, der in einer ganz beschissenen Stellung eingeklemmt war. Ich konnte mein Gewicht nicht nach rechts verlagern, ich weiß nicht warum, ich denke, die Butch-Box war im Weg. Allerdings ging einfach alles irre schnell und ich kann es somit leider nicht mehr richtig nachvollziehen.

Butch sprang sofort aus dem Korb heraus. Normalerweise habe ich ihn immer angegurtet, nur in diesem Moment war er frei, warum auch immer ich das vergessen hatte, weiß ich nicht.

Ich brüllte den Jungs hinterher und sie kamen auch gleich angerannt, doch das machte Butch Angst. Er bellte und rannte auf sie zu und jagte ihnen eine Heidenangst ein und so dauerte es eine Weile länger, bis ich Butch unter Kontrolle hatte und ich den Jungs versichern konnte, dass er sie nicht beißt.

Endlich, sicherlich dauerte das alles gar nicht so lange, es kam mir nur ewig vor, stellten die beiden das Motorrad wieder auf und ich konnte meinen Fuß befreien. Ich hielt sofort das Bein hoch und fragte die Jungs, ob sie Eis besorgen können.

Es tat ordentlich weh und ich getraute mir kaum meinen Motorradstiefel auszuziehen. Ein Glück hatte ich mir gute Stiefel gekauft. Zudem ist meine Satteltasche keine Alubox, sondern eine weiche, wenn auch sehr robuste Tasche, denn sonst hätte das viel schlimmer ausgehen können.

Danke an dieser Stelle nochmal an Giant Loop, die mir diese supergenialen Motorradtaschen zur Verfügung gestellt haben.

Nun lag ich da im Sand und die Jungs gaben sich richtig Mühe jemanden zu finden, bei dem wir die Nacht verbringen konnten. Hotels gab es keine und so telefonierten sie hin und her, bis immer mehr Leute um mich herumstanden und am Ende sogar die Bürgermeisterin gekommen war.

Schlussendlich kontaktierte sie eine Amerikanerin, die keine 500 m vom Unfallort entfernt wohnte und uns mit ihrem Truck abholte. Die Jungs fuhren meine Himalayan den Berg hinauf und halfen mir dann noch ins Zimmer.

Die Amerikanerin versorgte mich sofort mit weiterem Eis und Kopfkissen und machte mir erstmal was Leckeres zu Essen.

„Du kannst so lange bleiben bist du wieder fit bist“ sagte sie zu mir und ich war heilfroh über das super Angebot.

In der Klinik war auf dem Röntgenbild nichts zu sehen und laut Arzt, soll es eine Bänderdehnung sein und kein Riss. Woher der das nun so genau wissen wollte, weiß ich zwar nicht, aber es klang besser als erwartet und so wollte ich es gerne glauben. Ich bekam eine Schiene, Krücken und Voltaren und nun heißt es abwarten, bis ich wieder fit bin.

Sechs Hunde leben hier und somit hat Butch genügend Abwechslung, während ich ihm derzeit leider kaum was bieten kann.

Die Frage, die nun im Raum steht, ist auf jeden Fall: „Kann ich meine nun vorhandene Angst in den Griff bekommen? Setze ich mich irgendwann wieder mit gutem Gefühl auf das Motorrad?

Ist Motorradfahren das Richtige für uns?

Ein Gedanke lässt mich auf jeden Fall nicht mehr los. Was hätte ich gemacht, wenn ich in meinen Lieblingsgegenden unterwegs gewesen wäre? Da wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und tagelang niemand vorbeikommt? Dieser Gedanke schmeckt mir nicht!

Nun heißt es Geduld haben und warten bis ich wieder fit bin und die Zeit nutzen, um nachzudenken.

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Herzlichen DANK an Giant Loop für die tollen Motorradtaschen

30 Kommentare

  1. Wow, wie immer beeindruckende Fotos. Genial. Möchte man am liebsten gleich mitreisen – auch wenn es ja teilweise nicht so berauschend klingt. Ich wünsche dir eine gute Besserung und „hasta la vista“ 🙂

    Antworten
  2. Hm, das klingt ja nicht, als wäre das Motorradfahren nun Deiner Weisheit letzter Schluss. Erst einmal wünsch‘ ich Dir gute und schnelle Besserung und dann die richtigen Schlüsse aus Deinen Überlegungen! Wie immer bin ich begeistert von Deinen Fotos. Solltest Du Dich jemals wieder mit der Zivilisation anfreunden, harre ich deiner Vorträge bei Globetrotter & Co.!
    Übrigens: auch wenn Warmshowers mit dem Mopped nicht geht: hast Du es mal mit trustroots probiert?
    LG, Tom (der andere)

    Antworten
    • Lieber Tom – der andere 🙂

      Ja, das hast Du richtig erkannt, das mit dem Motorrad ist nicht so prickelnd, wie zuerst erhofft.
      Danke fuer die guten Wuensche!
      Das mit den Vortraegen, hm, ich bleibe lieber im Hintergrund 😉

      Trustroots kannte ich noch gar nicht, schaue ich mir gleich mal an. DANKE.

      Hau rein und alles Liebe von uns!

      Antworten
  3. Hallo Heike,
    das wird schon wieder, aufgeben kann man einen Brief.
    Das mit den Motorrad passt vielleicht nicht zu dir, aber momentan mit Hund ist es doch eine Lösung. Ich persönlich finde es gut. Mit Training kann man schon einiges lernen. Wenn du Angst hast vor einen Sturz in der Pampa, dann fahr dort nicht hin. Zu zweit ist natürlich vieles leichter wenn etwas passiert.
    Alles Gute und du schaffst es
    LG Thomas Wien

    Antworten
    • Lieber Thomas,

      klar aufgegeben wird natuerlich nicht!

      Ich hoffe ja, dass Butch noch viele Jahre bei mir ist, also ist es natuerlich erstmal nicht nur momentan sondern schon was fuer deutlich laenger.
      Mich reizen halt die abgelegenen Gegenden am meisten. Auch ist das Camping fuer mich sehr wichtig.

      Lieben DANK fuer die aufmunternden Worte.
      Alles Liebe von uns, Heike & Butch

      Antworten
  4. Liebe Heike,

    hoffentlich geht es Dir in der Zwischenzeit besser! Ich kann mir das Kopfkino gut vorstellen, denn es wird Dich jetzt wahrscheinlich noch eine Zeit lang begleiten. Die Frage ist nur, willst Du das?!

    Möglicherweise ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit einem voll bepackten Motorrad auf die Nase zu legen und nicht gefunden zu werden größer, als wenn Du mit dem Rad fährst oder zu Fuß läufst. Aber auch da könntest Du ungünstig fallen oder umknicken. Für alle drei Fortbewegungsarten wirst Du unzählige Pros und Cons finden. Aufgeben war aber bisher nie Deine Lebensphilosphie.

    Vielleicht findest Du am Ende ja ein gute Kombination aus allem. Du fährst auf besser ausgebauten Straßen, stellst die Kiste ab und unternimmst mehrtägige Wanderungen.

    Deine Fotos sind wie immer grandios, ich wusste gar nicht dass Mexiko landschaftlich so reizvoll sein kann.

    Liebe Grüße

    Alex

    Antworten
    • Liebe Alex, herzlichen DANK fuer Deine lieben Gedanken und Wuensche.

      Nein, aufgeben kommt nicht in Frage, das stimmt. Pros und Cons gibt es haufenweise. Das Gute ist ich habe mit den Strassenhunden viel dazu gelernt….
      Das mit der Kiste abstellen und wandern habe ich auch schon ueberlegt, hat aber auch viele Nachteile.

      Mexiko ist richtig schoen….

      LG von uns….DANKE….Heike & Butch

      Antworten
  5. wunderschöne, ausdrucksstarke fotos – ich liebe die satten farben.
    authentischer, spannender bericht!
    danke!

    Antworten
  6. Liebe Heike, erst mal GUTE BESSERUNG für den Fuß🍀
    Der Bloc ist wieder so spannend, wenn auch etwas überschattet von weniger schönen Beobachtungen und Erlebnissen…- aber wie du schriebst: alles hat zwei
    Seiten – und auch die Schatten brauchen Licht.
    Wir sind riesig neugierig wie es weitergeht und wie Butch und Du die Welt erkundet.
    Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen 🙏💝beste Schwägerin

    Antworten
    • Danke beste Schwaegerin 🙂
      Ich drueck Dich…
      Kommst Du uns mal besuchen?

      LG von uns beiden…..

      Antworten
  7. Hallo Heike, ich hoffe das du dich für den, für dich richtigen Weg deines weiteren Fortkommens entscheidest, wünsche dir aber vor allem natürlich alles Gute, schnelle Besserung , nicht so dolle Schmerzen. Danke natürlich auch für deine tollen Fotos und deinem wieder mal super interessanten Reisebericht,
    Liebe Grüße
    Arno

    Antworten
    • Lieben DANK Dir lieber Arno….

      wird schon alles werden, wie es sein soll 😉

      Alles Liebe von uns.

      Heike & Butch

      Antworten
  8. Hallo Heike,

    habe gerade nochmal Paypal bemüht um euch Beiden das Weiterkommen etwas zu erleichtern.
    Alles Liebe, bleibt gesund,
    Arno

    Antworten
    • Du bist der Beste lieber Arno!
      Riesen DANK 🙂

      Postkarte kommt natuerlich ….

      Super lieb von Dir…..LG von uns beiden

      Antworten
  9. Hallo Heike,
    ich wünsche Dir eine gute Heilerde oder Kohlumschläge haben meinen verstauchten Knöcheln immer gut geholfen.
    ich habe mich aus den USA nach Quintana Roo, Mexiko geflüchtet.
    lG
    Hiltraud

    Antworten
    • Hallo Hiltraud, hilft das auch bei Baendern?

      Oh zurueck nach Mexiko? Ich dachte dir hat es da nicht gefallen?

      Alles Gute von uns und lieben DANK fuer die Wuensche….

      Antworten
  10. Hallo Heike,
    ich wünsche Dir eine schnelle Heilung !
    So ist alles was man tut mit Gefahren verbunden ! Sand und Motorrad hat mich auch schon umgelegt. Umfaller im Stand, zu schräg oder so, kenne ich auch.
    Überlege gut, was Du künftig machst. Du stellst ja selbst fest, dass jede Form seine Vorteile und Nachteile hat. Ich wünsche ein gutes Gelingen bei der Entscheidung.

    Zum Motorrad aufheben, egal wie schwer: Das Ende des Lenkers am Boden auf Dich ausrichten. In die Hocke gehen, das Lenkradende mit beiden Händen packen und aus der Hocke aufstehen.

    Antworten
    • Hallo lieber Eckhard,

      es ist weniger die Gefahr, mehr die Art des Reisens die ich mit dem Motorrad in Frage stelle.

      Danke fuer den Aufhebetipp….

      LG und sicherlich wird alles wieder in die richtige Richtung gehen….

      Alles Gute von uns und DANKE

      Antworten
  11. Ein spannender, neue Reisebericht, Heike! Mir fallen zwei mögliche Lösungen zum Motorradproblem ein:

    1. probieren den Schwerpunkt weiter nach unten zu verlagern, damit die ganze Angelegenheit weniger kippelig ist.

    2. für den möglichen nächsten Sturz vorsorgen. Entweder durch technische Anpassungen durch eine Art Überrollbügel, so dass du dich nicht Einquetschen kannst (haben das nicht auch Renn- Motorräder?). Oder durch Umschichtung Deines Gepäcks, um das Gleiche zu Erreichen.

    Liebe Grüße aus Lübeck und weiterhin eine gute Reise wünscht,

    Jan

    PS: eine kleine Spende, nachträglich zum 50. ist unterwegs. Vielleicht willst du sie für einen Buch oder Hörbuch Tipp verwenden?

    Zen and the art of motorcycle maintenance.

    Ein Klassiker aus den Siebzigern, den ich unlängst selbst las. Geht auch um nen roadtrip per Motorrad durch USA und die ein oder andere Erleuchtung dabei. Könnte Dich interessieren.

    Antworten
    • Lieber Jan, als erstes natuerlich mega lieben DANK fuer Deine Unterstuetzung, freut mich sehr! Auch fuer Dein tolles Lob!

      Ja, die Box ist zu weit oben, das war von Anfang klar, nur war es fuer den Test ob Motorrad oder nicht, am Ende wohl am einfachsten erstmal.
      PLan waere gewesen, die Box nach einer Weile tiefer zu setzen, also Beifahrersitz zerstueckeln und direkt aufs Moped schrauben. Ob das aber so viel gebracht haette weiss ich nicht. Wohl eher nicht.

      Insgesamt aber muss ich sagen, ist die Reiseart einfach nicht mein Ding. Es geht entweder per Fahrrad oder zu Fuss weiter, sobald mein Fuss wieder einsatzbereit ist. Mir fehlt einfach zu viel von den Dingen, die ich liebe, wenn ich auf dem Motorrad sitze.

      Hoerbuecher immer gerne! DANKE Dir nochmals…..ob es allerdings ein Buch uebers Motorrad fahren sein soll – hm – ich entscheide mich vielleicht fuer was anderes 😉 Hoffe das ist okay.

      LG von uns 🙂

      Antworten
  12. Die Fotos sind super beeindruckend. Machen Lust sofort loszureisen. Gute Besserung für deinen Fuss.

    Antworten
  13. Wieder sehr spannend zu lesen und tolle Bilder. Danke, dass du uns mitnimmst. Gute Besserung und alles Gute für die Weiterreise.

    Antworten
  14. Liebe Heike

    Ich find das genial, dass Butch einfach so auf dem Motorrad mitfährt. Und das er auch still und ruhig drin sitzen bleibt.

    Natürlich strengt das Reisen sehr an, wenn man nicht überall wie gewohnt zelten kann. Das es leider immer noch zu wenige Unterkünfte gibt, bei denen man sein Hund mitnehmen kann. Darf man Hunde denn mit ins Restaurant bzw. an den Strassenrand mitnehmen zum essen?

    Ich hoffe, dass es für dich in Südamerika dann besser wird.

    Liebe Grüsse
    Lisa

    Antworten
    • Lieben DANK Lisa!

      Essen irgendwo war nahezu nie ein Problem.

      Wird schon werden 🙂 Suedamerika hat ja vieeeel mehr Platz…..

      Alles Liebe von uns, Heike & Butch

      Antworten
  15. Liebe Heike,

    Die Fotos gefallen mir sehr! Ich wuensche dir gute Besserung und bin gespannt wie es weitergeht.

    Viele liebe Gruesse von Annemarie.

    Antworten
    • Lieben DANK Annemarie…ich arbeite bereits an einer Loesung!
      LG von Butch und mir

      Antworten

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