Von Qom aus fuhr ich weiter Richtung Nordost und kam ganz gut vorwaerts. Abends hatte ich leider noch keine Bleibe, obwohl es bereits dunkel war. Ueberall war Ackergelaende, also kein guter Platz zum Zelten und irgendwie war mir auch nicht zum wild zelten zu Mute.

 

Irgendwann sah ich Lichter und war froh, eine kleine Siedlung gefunden zu haben. Das erste Mal erlebte ich Hundegebell, denn Hunde gibt es eigentlich keine im Land. Hunde darf man als Moslem nur als Schutzhund halten, nicht als Haustier. 

Ich fragte gleich am ersten Haus, ob ich mein Zelt im Hof aufstellen duerfte. Eine der Frauen lief schreiend von mir davon, die anderen fragten mich wiedereinmal ob ich Mann oder Frau bin.
Nach langem hin und her, durfte ich vor dem Haus campieren.

Den obligatorischen Tee, bekam ich im Gang in der Ecke serviert. Ich durfte das allererste Mal im Iran, nicht mit der Familie zusammen sitzen. 

Spaeter, ich sass bereits im Zelt, bekam ich das Abendessen zum Zelt gebracht. Am naechsten Morgen fragte man mich nochmals, mehrmals, ob ich nun Mann oder Frau bin.

Mit sturmartigem Wind wurde ich in Richtung Osten geschoben. Ich fuhr teils 45km/h ohne treten zu muessen, es war schon fast wie Motorrad fahren.

Abends kam ich nach 174km in Semnan an und fragte beim Helal Ahmar, dem roten Kreuz, nach einer Uebernachtungsmoeglichkeit. Leider war die Verstaendigung dort aeusserst schwer gewesen
und ich wusste nicht wirklich wo das Problem lag. 

Ich wartete 1 Stunde, bis mich jemand in ein schickes Hotel fuhr und mir klar machte, dass das rote Kreuz dafuer bezahlen wuerde, denn sie haetten sonst keinen Platz fuer mich.

Ich hatte somit die komfortabelste Uebernachtung, inklusive Abendessen und Fruehstuck, seit ich unterwegs war. Ich freute mich wie ein kleines Kind ueber die heisse Dusche und das gemuetliche Bett und wusste nicht wirklich wie ich zu all dem kam.


Da will ich hin !!! Noch irre weit !!!

Am naechsten Morgen kam die Polizei ins Hotel. Es waere Noo Ruz, das Neujahrsfest und es waere deutlich mehr Verkehr auf den Strassen als sonst. Ich sollte doch bitte mein Rad in ein Auto verladen,
es waere mit dem Rad auf den Strassen zu gefaehrlich. Zudem tauchte der Spender meiner Uebernachtung auf, der Chef des Helal Ahmar und wuenschte mir eine gute Reise.

Er meinte zu mir das naechste Helal Ahmar auf meiner Strecke sei in Fulad Mahalleh, ich sei dort herzlich willkommen, so jedenfalls hatte ich es verstanden.

Die Strecke ging von nun an nur noch bergauf. Ich wollte ueber die Berge nach Gorgan fahren, um von dort ueber einen laengeren Schlenker nach Mashad zu gelangen. Erstens der Landschaft wegen und zweitens, um dem vielen Verkehr aus dem Weg zu gehen. 

Der 1.Pass war auf 2300m. Einsam, tolle Landschaft, zwar kalt aber genau nach meinem Geschmack.

Es war bereits dunkel, als ich beim Helal Ahmar ankam. 

Ein kalter Wind peitschte mir den ganzen Tag schon um die Ohren, so war ich froh ins Warme zu kommen. Ich wurde herzlichst begruesst und sofort mit Tee versorgt. Doch kurze Zeit spaeter sagte man mir ich koennte hier nicht bleiben.

Es gibt hier nur Maenner, da duerfte ich als Frau alleine nicht uebernachten. Sie wuerden mich nach Damghan fahren, 60km entfernt. Damghan liegt wieder im Tal und zudem an der Autobahn, von der ich geflohen bin. Nein, ohne mich.

Doch der Wind war brutal und es gab weit und breit kein anderes Gebaeude als das Helal Ahmar.
Sie telefonierten mit zig Leuten und hielten mich mit Tee bei Laune. Irgendwann stand die Polizei ploetzlich vor der Tuere. Sie wollten meinen Pass sehen und meine schriftliche Erlaubnis mit dem Rad durch den Iran fahren zu duerfen. 

Ohne diese Bescheinigung wuerden sie mich nicht weiter fahren lassen, ich muss mit zurueck auf die Wache nach Semnan.

Ich sass das Problem einfach aus. Nach 2 Stunden verschwanden sie wieder, mit der Einsicht, dass es solch eine Bescheinigung gar nicht gibt. 

Doch nun war es bereits 22 Uhr und die Helal Ahmar Leute liessen nicht locker und fuhren mich schlussendlich nach Damghan ins rote Kreuz Gebaeude und versprachen mir mich am naechsten Morgen wieder abzuholen, damit ich von Fulad Mahalleh wieder weiter radeln konnte.

Ich schlief im Gebetsraum und wie zu erwarten war und auch verstaendlich ist, kam am naechsten Morgen niemand. Doch ich organisierte mir, zumindest fuer den ersten grossen Anstieg zurueck
den Berg hinauf, eine Fahrt mit einem der Roten Kreuz Autos.

Ich kaempfte wieder gegen den Wind. Der ging mir mittlerweile wirklich auf den Nerv, denn als waere die Anstrengung nicht schon gross genug, macht er einem das Radlerleben nur noch viel schwerer.

Ich hatte zudem eine Krise, fuehlte mich einsam und fragte mich stundenlang was ich eigentlich hier soll und wie schoen es nun bei uns daheim im Fruehling ist. Ich dachte an unseren Wald, an die schoenen Blumen die nun ueberall bluehen und an mein Lieblingsessen, welches mir meine Mutter nun servieren wuerde, wenn ich jetzt zu Hause waere.

Ich dachte an meine Freunde, mit denen ich gerne mal wieder was unternehmen wuerde und ich stellte jeden einzelnen Tritt in Frage, den ich an dem Tag noch vor mir hatte. Frei nach dem Motto: was mache ich hier eigentlich?

Zur Verbesserung meiner Laune griff ich zu meinem MP3 Player und tanzte auf der Strasse zu Nena und Falco.

Ich kam bis Dibaj, dann wurden meine Gedanken unterbrochen, denn die Polizei hielt mich an.
Weiterfahren verboten, der Weg sei zu gefaehrlich. Es gibt dort wilde Tiere und viel Schnee.
Ich solle mit zur Wache kommen. Ich versuchte es zuerst auf eine lustige Art sie davon zu  ueberzeugen, dass ich trotzdem weiter fahren werde, aber leider wurden sie irgendwann sauer
und somit folgte ich also den beiden Polizisten und wurde auf der Wache fest gehalten. Wiedereinmal wurden zig Telefonate gefuehrt.

Am spaetem Nachmittag hiess es dann, ich solle sofort zurueck nach Damghan fahren und zur Touristenpolizei kommen, sie erwarten mich dort. Ich erwiderte: Ganz sicher werde ich das nicht tun,
denn in 2 Stunden ist es dunkel und das schaffe ich zeitlich niemals.

Es verging eine weitere Stunde und zwei Polizisten in Zivil holten mich ab und fuhren mich nach Damghan. Ich war also wieder auf der Hauptstrasse, ich war wieder in Damghan.

Auf der Wache fragten sie mich alles was man jemanden fragen kann. Sie schauten sich jedes meiner Bilder auf meiner Kamera an, durchstoeberten meine Handyanrufe, fotografierten mich und kopierten meinen Pass. Dann ging es irgendwann wieder weiter.

Ich wurde bis kurz vor Sharud gefahren und dort in einer Pilgerunterkunft untergebracht.

Ich bestand aber darauf, dass die Polizei die Uebernachtung bezahlt, was sie dann auch zaehneknirschend taten. Sie wuenschten mir noch eine schoene Weiterreise und verschwanden.

Was ich ihnen zu Gute halten muss, sie waren sehr freundlich gewesen. Ich hatte schon von anderen Radlern gehoert, dass sie mehrmals von der Polizei kontrolliert wurden, auch Rafael hatte einmal das Vergnuegen mit der Touristenpolizei.

Ob ich vielleicht in ein Gebiet vorgedrungen waere, in dem ich etwas haette sehen koennen?
Denn der Polizist stellte mir auch die Frage ob ich eine Spionkamera dabei haette. Oder ging es wirklich nur um meine Sicherheit? Ich weiss es leider nicht.

Am naechsten Tag ging es auf der total ueberfuellten Autobahn weiter, die angeblich sicherer sein soll, als die gefaehrlichen Tiere in den Bergen. Ich habe uebrigens seit Polen kein einziges wildes Tier mehr gesehen, kein Wunder auch, bei der Verkehrsdichte, die wir mittlerweile auf unserem Planeten haben. Ich fuehlte mich strafversetzt und war gegen meinen Willen einfach irgendwo hingefahren worden.

Mein ganzer Plan war ueber dem Haufen. Zudem ging mir nun langsam die Zeit aus, denn ich musste schon bald in Mashad sein um mein Turkmenistan Visum zu beantragen und hatte somit fuer den urspruenglichen Schlenker keine Zeit mehr. 

Ich hatte richtig schlechte Laune und bei jedem LKW der an mir vorbei donnerte, verfluchte ich die Polizei erneut.

Ich kam nicht weit, mir war die Lust am Radfahren nun vergangen und ich fragte in einem kleinen Ort, abseits der Hauptstrasse, nach einer Uebernachtung und hatte riesen Glueck. 

Eine super nette Familie nahm mich auf. Die Tochter sprach gutes Englisch und das Essen war lecker.

Ich war herzlich aufgenommen und feierte am Abend des 21.3.2014 um 20.27 mit ihnen Noo Ruz, das neue Jahr. 1393.

Viel passierte nicht. Der Vater verschenkte Geld an jeden, die Kerzen am symbolischen Altar wurden angezuendet und zig Leute riefen an um ihre Neujahrswuensche abzugeben.

Der Raum war so sehr aufgeheizt, dass ich zwischendurch Kreislaufprobleme bekam. Die Mutter ging zudem zwei Mal mit irgendeinem brennenden und stark qualmenden Zeug durch den Raum
und nahm durch den Rauch dem kleinen Zimmer noch den restlichen Sauerstoff. 

Ein Glueck konnte ich in einem kalten Raum nebenan schlafen. Es ist mir ein absolutes Raetsel wie man in diesem sauerstoffarmen, heissen Zimmer auch noch zu viert die Nacht verbringen kann.

Endlich konnte ich mich wieder einmal richtig unterhalten. Die Tochter, bereits 30, wohnte immernoch bei ihren Eltern, obwohl sie als Englischlehrerin an der Uni unterrichtet. Es gab bereits mehrere Maenner die sich fuer sie interessierten, trotzallem hatte sie noch keinem die Ehe zugesagt.

Der Ablauf des Kennenlernens sei immer gleich. Ein Verehrer zeigt bei ihren Eltern Interesse. Ein Treffen mit seinen und ihren Eltern sowie den beiden wird arrangiert. Etwa 30 Minuten wird gesprochen, dann muessen sie sich entscheiden, ob sie die Ehe eingehen moechten oder nicht.

Sie meinte ihr Vater sei besonders konservativ und wuerde ihr nicht erlauben sich mit ihm anschliessend noch einmal irgendwo alleine zu treffen. Bei anderen Familien wuerde es teils lockerer gehandhabt werden, so dass mehr Zeit waere sich kennenzulernen.

Sie ist zudem noch nie alleine irgendwo hingegangen, ausser zur Arbeit. Sie geht nicht alleine einkaufen, geht nicht alleine zu Freunden, nicht alleine vor die Tuere. Es ist immer ihr Vater dabei.

Sie hat kein eigenes Zimmer, kein Bett und wie immer auch keinen Schrank. Sie sagt sie liebt ihren Vater und deshalb wuerde sie befolgen was er sagt. Sie war eine attraktive Frau, froehlich, herzlich und gebildet. Sie tat mir einfach nur leid und ich fragte mich wieso ein Vater glaubt, dass so ein Leben das Beste fuer seine Tochter sei.

Ich bin so sehr froh, dass meine Eltern immer zu mir sagen, Heike Du kannst das, Heike Du schaffst das, Heike geh Du den Weg, den Du fuer richtig haelst. 

Man nimmt viele Dinge fuer selbstverstaendlich und weiss sie oft nicht zu schaetzen und oftmals muss man erst weit weg fahren um zu realisieren aus was fuer einem Paradies man eigentlich kommt. 

Leider sieht die Welt in vielen Laendern eben anders aus und fuer diese Frau ist selbst der Einkauf beim Baecker nicht moeglich. Es ist erschreckend und andererseits beeindruckend zugleich, denn ich hatte nicht das Gefuehl sie ist ungluecklich, nein ganz im Gegenteil.

Ich blieb 2 Naechte bei der Familie und wurde mit einem I love you verabschiedet.

Der Wind war wieder einmal so stark, dass ich wirklich kaum vorwaerts kam. Ich hatte Seitenwind und bei jedem LKW der an mir vorbei fuhr wurde ich in die Strasse reingezogen, war der LKW vorrueber, wurde ich fast an die Leitplanke gedrueckt. Es erinnerte mich stark an meine Radreise auf Island. Der Wind war dort auch immer brutal stark gewesen. Nur hat es auf Island keinen Verkehr und auch keine Leitplanken.

Ich sass das Problem wiedereinmal aus und wartete in einer ganz und gar schaebigen Unterkunft auf besseres Wetter.

Die naechsten Tage ging es nur noch an der Autobahn entlang, Alternativen gab es leider keine.
Durch Noo Ruz, war Verkehr ohne Ende. Ganz Iran war unterwegs um ihre Verwandte zu besuchen.
Ueberall picknickten die Leute am Strassenrand, stellten fuer die kurze Picknickdauer Zelte auf
und genossen anscheinend den Autobahnlaerm und die Abgase in vollen Zuegen, denn sie sassen wirklich direkt neben dem Seitenstreifen und grillten ihren Kebab.

Ich kam abends immer irgendwo unter, entweder beim Helal Ahmar oder bei Familien, bei denen ich an der Tuere klopfte. Sie feierten alle ihr Neujahr, uebrigens ganze 14 Tage lang. Jeder besuchte jeden und jeder ueberbrachte jedem die Neujahrswuensche.

Ich bekam jeden Tag Fruechte, Schokolade, Tee, Nuesse und sogar Mittagessen geschenkt.
Teilweise wurde es mir direkt aus dem fahrenden Auto gereicht, oder sie hielten an und gaben mir ihre Adresse und luden mich zu sich ein.

Ich traf Pilgergruppen die von Teheran in die heilige Stadt Mashad liefen. Sie maschierten alle auf dem Seitenstreifen entlang der Autobahn.

Die Zeit draengte sehr, denn mein Iran Visum lief bald ab und mein Turkmenistan Visum war noch nicht einmal beantragt, somit gab ich ordentlich Gas und uebertrumpfte meinen persoenlichen Tagesrekord noch einmal und schaffte 184km.

In Mashad kam ich bei Navid und seiner Familie unter und feierte dort meinen 42.Geburtstag.
Sie verwoehnten mich total und ich bekam sogar eine Geburtstagstorte geschenkt.

Am selben Tag fuhren wir zum Turkmenischen Konsulat und ich beantragte mein 5 Tage Transitvisum, mehr Tage bekommt man als Individualtourist leider nicht. Wartezeit 7 Tage.

In Mashad schottete ich mich ein wenig ab, ich hatte irgendwie nun genug vom Iran. Noo Ruz nahm kein Ende und andauernd kamen Leute zu Besuch und wurden mit Fruechten und Nuessen bewirtet.

Manchmal versteckte ich mich sogar in einem Zimmer, um nicht meine Geschichte schon wieder erzaehlen zu muessen, die Navid dann zum x-ten Male haette uebersetzen muessen.

Abgoush. Eine Art Eintopf bestehend aus verschiedenen Bohnen, Fleisch, Erbsen, Kartoffeln. Man stampft es. 

Navids Vater kochte das beste Essen, dass ich im ganzen Iran gegessen habe. Endlich gab es mal was anderes als immer nur Kebab, trockenen Reis und Suppe. Das Essen allerdings gab es leider meistens erst um Mitternacht.

Der Sut wird vorher abgegossen und als Suppe gegessen. Dazu tunkt man Brot in die Bruehe.

Walnuesse und Granatapfel kocht man zusammen auf bis die Sosse eindickt. Dazu werden Hackfleischbaellchen mit in der Sosse gar gekocht. Sehr lecker. Dazu gibt es Reis.

Den heiligen Schrein des Eman Reza wollte ich mir nicht entgehen lassen. Durch ihn ist Mashad die heiligste Stadt des Landes. Eine riesige Moschee und irre viele Menschen. Leider durfte ich dort nicht fotografieren.

Ich war kurz irritiert, als ich eine Kirchenglocke klingeln hoerte. Der Klang kam von einem Glockenturm, inmitten des Moscheegelaendes. Wie melodisch und warm sich diese Glocke doch anhoerte, im Vergleich zu diesem fuerchterlich, lauten Geheule des Muezzins.

Fuer mich war der Schrein ein schoener Abschluss einer spannenden Zeit, in einem sehr interessanten Land.

Doch nun wurde es Zeit fuer Zentralasien. Mein Turkmenistan Visum konnte ich wie versprochen 7 Tage spaeter fuer 55$ abholen und hatte noch 2,5 Tage um an die Grenze zu kommen.

Ich war ueberrascht ueber den reibungslosen Ablauf und das freundliche Personal, denn ich habe bisher nur negatives ueber das Konsulat gehoert.

Bis Sarakhs passierte nicht mehr viel, ausser dass ich wieder von der Polizei abgefangen wurde.
Diesmal war es aber wirklich sehr gut von ihnen gemeint. Es war bereits dunkel gewesen, als ich in einen Ort kam und sie meinten der Iran sei ein islamischer Staat, es ist zu gefaehrlich fuer eine allein reisende Frau einfach neben der Strasse zu zelten. 

Ein paar Telefonate spaeter und sie fanden einen Raum, indem ich alleine uebernachten konnte.
Prima.

Im stroemenden Regen erreichte ich Sarakhs, die Grenzstadt zu Turkmenistan. Ich hatte noch einen letzten Tag bevor ich ueber die Grenze durfte.

Abschliessend zum Iran moechte ich noch ein paar Worte sagen. 

Der Iran hat mich sehr beeindruckt, ich habe viele neue Dinge kennengelernt, habe viele Sichtweisen versucht zu hinterfragen und habe versucht die Welt in der die Menschen leben zu verstehen.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass der Islam im Iran deutlich liberaler den Frauen gegenueber steht, als in anderen islamischen Laendern, ist leider auch hier das Leben fuer eine Frau mit Einschraenkungen verbunden.

Doch habe ich gelernt, dass sich viele Frauen auch selbstverschuldet in eine Abhaengigkeit begeben, denn eine Hochzeit kostet den Mann eine ordentliche Summe Mitgift, die die Frau jederzeit von ihm fordern kann, selbst wenn es ihn in den Ruin treiben sollte. 

Waehrend der Ehe werden sie weiterhin von ihrem Ehemann finanziert, denn viele Frauen wollen gar nicht selber arbeiten.

Wie ich gelernt habe, ist eine Ehe oftmals keine Liebe, es ist eine Art gesellschaftliche Pflicht, ein Geschaeft, eine Zwangsverbindung. Der Mann hat sich die Frau erkauft und sie hat es zugelassen.
Die Frau ist somit in vielen Faellen eine Ware und wird somit nicht als gleichwertige Person behandelt, sondern als Untergebene.

Ich habe selber erlebt, wie sehr das Geld bei vielen im Vordergrund steht. Eine Frau heiratet ganz sicher keinen armen Mann, denn auch aus der Sicht der Frau heraus ist eine Ehe fuer viele Frauen nur ein Geschaeft. Eine Verbesserung der finanziellen Moeglichkeiten und dafuer verkaufen sich viele Frauen.

Die Umweltbelastung im Iran ist erschreckend. Nicht nur durch die vielen ungefilterten Abgase,
nein vorallem auch durch die permanente Verschwendung von Gas in den Haushalten. Bei Navid stand zum Beispiel der Kessel fuers Teewasser 24 Stunden auf der brennenden Herdplatte, so dass jederzeit Teewasser bereit steht.

Von den total ueberheizten Raeumen habe ich ja schon mehrmals geschrieben.  Auf der Strecke von Semnan bis Mashad war die Autobahn total zugemuellt, ueberall flatterten die Plastiktueten im Wind. Die Innenstaedte dagegen sind sehr sauber.

Zudem essen sie, wie so viele andere Nationen auch, viel zu viel Fleisch.

Vielen Dank Iran. Vielen Dank allen Menschen, die mich so sehr nett aufgenommen und verpflegt haben.

Tashakor .

Aber nun auf nach Zentralasien, eine neue Welt befindet sich nur noch ein paar km entfernt von hier,
ich freu mich riesig drauf.

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