Es wurde endlich wärmer und die Natur explodierte geradezu. Ich entdeckte viele Vogelarten, die auch bei uns heimisch sind. Der Kleiber, Grün – und Rotspecht und sogar den Eichelhäher konnte ich in einem National Park entdecken.

Die Pflanzen sind ebenso vielfach gleich und daher bekam ich seit zwei Jahren wieder einmal Heuschnupfen, der mich eine Weile aus der Bahn schmiss.

In einem Jimjilbang nahm ich eine Pause vom Niesen und blieb dort zwei Tage. Auch hier wurde ich wieder von einer fremden Frau gewaschen. Eine andere Frau langte mir in einem Becken sogar an den Busen und klatschte mir kaum später auf den Hintern. Warum? Keine Ahnung.

Seltsam fand ich das allerdings schon. Beobachtet wurde ich hier ebenso. Ich hatte den Eindruck ich wurde ständig mit den Augen verfolgt was ich mache.

In der Sauna saßen die Frauen auf dem Boden und spielten Karten. 
Es passieren einige rätselhafte Dinge in diesem Land. Ich würde sagen, die Kultur ist einfach so fremd, dass ich wirklich teilweise überfordert war und sicherlich das ein oder andere Mal mich falsch verhalten habe.

Frauen haben aus meiner Sicht heraus des öfteren den Drang danach andere in die Schranken zu weisen oder vorzuschreiben was der andere zu tun hat. 

Das ist ja in vielen Kulturkreisen der Fall, aber ich fand es hier sehr ausgeprägt.

Teils haben sie auch eine sehr temperamentvolle Art ihre Meinung kund zu geben. Die Männer dagegen sind eher ruhig und gelassen. Wobei ich auch da ein paar seltsame Begegnungen hatte, aber dazu später mehr.

Korea ist irre teuer. Frisches Obst und Gemüse ist so wahnsinnig teuer, dass ich mir außer Bananen nichts gekauft habe. Wenn 1 Apfel 5 Euro kostet, macht essen keinen Spaß mehr. Auch Reis und Nudeln sind so teuer, dass ich mir das selber kochen sparte, denn Geld hätte ich da keines gespart,
außer mit den Fertig – Nudelsuppen, die es überall gab, aber die finde ich nur eklig.

Ich hätte gerne mehr von dem sehr fremden Essen probiert, blieb aber am Ende immer am gleichen hängen, da alles andere einfach nicht bezahlbar war.

Kimbap – vegetarische Reisrolle war das billigste auf der Karte, meistens gab es das für 1.500 oder 2.000 WON was etwa 1,80 Euro sind. Zwei Stück sind eine Mahlzeit. Meistens gibt es dazu ein wenig Brühe und das ultimative Kimchi.

Kimchi ist gekochter Chinakohl mit Chillisoße. Kommt eiskalt aus dem Kühlschrank und schmeckt immer gleich. Auch alles andere was dazu gereicht wird, ist immer eiskalt. Wie bereits erwähnt, steht in Korea nichts herum, es ist alles im Kühlschrank und es wird direkt von da heraus serviert. Wobei Kimbap mit heißem Reis verarbeitet wird und somit am Ende lauwarm gereicht wird.

Es gibt sogar kalte Nudelsuppen. Auch habe ich ein Gericht mit Nudeln und Eiswürfeln gesehen. Wenn man Reis bestellt mit irgendetwas dazu, ist auch der Reis meistens nur lauwarm. Das einzigste was ich immer heiß bekommen habe, war eine Art Tofu – Sojabohnen Eintopf, der wird kochend serviert.

Der Reis ist raffiniert. Teils wird er mit schwarzem Reis vermischt. Er ist klebrig und sehr schmackhaft.

Die Städte und Orte empfand ich als nicht wirklich etwas besonderes. Hat man eine Stadt oder
ein Dorf gesehen, hat man sie irgendwo alle gesehen. Alles ist nagelneu aus dem Boden gestampft. Kein Flair, nichts altes, nur Luxus, Glimmer und Glanz an jeder Ecke.

Wenn es etwas altes gibt, sind es Museen für die man Eintritt bezahlen muss und am Ende sehen diese Orte ebenso alle gleich aus. Wobei mich einige Königsgräber wirklich beeindruckten.

Die Landschaft besteht aus unendlich vielen Hügeln. Dazwischen fließen die vielen Flüsse und stehen die irren vielen Straßen und Brücken.

Ich besuchte Nationalparks, in denen ich auf den kurzen Spaziergängen wieder auf voll ausgestattete Koreaner traf. Ausgerüstet als wären sie auf dem Weg zum „Mount Everest“. Und immer kunterbunte Klamotten. Ich fands einfach nur lustig.

Bunt ist Korea überall. Sie lieben es alle möglichen Gebäude farbig anzustrahlen, die ganze Nacht lang.

Kontakt zu den Menschen zu bekommen ist nicht so einfach. Wobei ich auch viele positive Überraschungen erlebt habe. Ich bin in kleinen Restaurants einige Male zum Essen eingeladen worden, oder aber mir wurden lauter extra Gerichte zum Probieren gegeben. Ab und an erntete ich auch ein Lächeln oder wurde gefragt wo ich her komme. Doch oftmals waren die Leute mit meiner Anwesenheit einfach überfordert.

Aus Taiwan kommend, war Korea eine Enttäuschung. Die Messlatte lag einfach viel zu hoch und wahrscheinlich habe ich alleine aus diesem Grund heraus nie wirklich einen Bezug zu Korea bekommen. In Taiwan war absolut jeder nett zu mir gewesen, in Korea dagegen fühlte ich mich irgendwie unwohl.Viele Leute ignorierten mich, oder aber ich hatte den Eindruck sie schreiben mir
vor was ich zu tun habe. Irgendwie machte ich pausenlos etwas falsch.
Ich glaube ich war ihnen einfach suspekt.

Wenn man solo unterwegs ist, ist so etwas anstrengend. Es ist ja schon schlimm genug, dass man nichts lesen und auch nichts fragen kann, wenn die meisten Leute einen dann auch noch schüchtern ignorieren oder das genaue Gegenteil, nämlich anstarren, macht es nicht wirklich Spaß. Dazu eine langweilige Landschaft und viel Regen und alles teuer. Da ist der Frust schnell da.

Und den hatte ich bald.

Ich wechselte an die Ostküste und fand da ein paar wirklich schöne Ecken, aber von Idylle kann man hier nirgends sprechen. Es bretterten ständig Autos an mir vorbei, Taxi Fahrer und Busfahrer hupen wie blöd und sind die Könige auf der Straße. Alle anderen Autofahrer dagegen sind keine schlechten Fahrer.

Doch den ein oder anderen Taxifahrer hätte ich erwürgen können.

Kurz vor Busan traf ich auf drei männliche Radler. Weibliche Radler sieht man total selten. Die drei waren Business Leute und luden mich zum Essen ein und wollten mir etwas ganz besonderes gönnen.

Die Oktopuss Beine zappelten noch als sie vor meiner Nase auf dem Tisch standen. Dazu gab es rohe Seegurken und irgendein anderes Zeugs was ich noch nie zuvor gesehen habe. Aus der Höflichkeit heraus musste ich nun irgendwie da durch. Mit den Stäbchen hatte ich die Oktopuss Beinchen trotz
des heftigen zappelns gut im Griff und wusste, einfach Augen zu und durch.

Im Mund saugte sich das Viech mit seinen Saugknöpfen direkt an meinem Gaumen fest und ich versuchte es mit der Zunge an die Zähne zu schieben, denn dieses Saugen war einfach nur widerlich. Ich kaute so schnell und so fest wie ich konnte, bis ich den Eindruck hatte das Viech ist jetzt endlich tot.

Es war mega eklig und eines war klar, ich esse kein weiteres dieser zappelnden Beinchen mehr.

Jeder hatte Verständnis für mich und die Männer orderten gekochte Oktopusse, was jetzt auch kein Leckerli war, aber essbar. Den Rest langte ich nicht an, außer das eiskalte Gemüse und den lauwarmen Reis.

Sicherlich hat das Mittagessen richtig viel Geld gekostet und es tat mir unheimlich leid, dass ich so gar keine Begeisterung dafür aufbringen konnte.  Aber es war eine Erfahrung, auch wenn ich das nie wieder haben muss.

Während des Essens wurde mir dann wieder beiläufig erzählt, wer welche Position bei welcher Firma hat. Auch hier bekam ich wieder reihum Visitenkarten ausgehändigt.

Die drei Männer machten sich zwar Sorgen wegen meines Vorhabens mitten in der riesigen Stadt Busan wild zu zelten, aber keiner der drei kam auf die Idee mich nach Hause einzuladen. Auch in Korea scheint man jemand fremdes nicht ins Haus einzuladen, ausser man kennt ihn gut, genau wie in China.

Sehr positiv fand ich, dass das Land wirklich absolut sicher ist. Ich habe mein Rad einfach stehen lassen wo immer ich war und habe nie Angst haben müssen, dass es jemand klaut. Zudem war das zelten immer und überall möglich und ich habe nie Bedenken gehabt.

In Busan zeltete ich auf irgendeiner Grünfläche, doch nachdem mir die Nacht zu laut war wechselte ich am zweiten Abend auf eine Aussichtsplattform auf einem der vielen Berge rund um Busan. Als ich morgens aufwachte schüttete es wie aus Eimern und ich verschanzte mich in einem Toiletten Häuschen, da es in mein Zelt bereits rein regnete.Ich hatte meinen nassen Schlafsack über eine der vielen Klotüren und meine Regenjacke über den Türgriff zum Trocknen aufgehängt, zudem saß ich dort auf dem Boden und wartete auf besseres Wetter. Es war weit und breit keine andere Möglichkeit sich vor dem Regen zu verschanzen.

Jede Dame schaute mich entsetzt an, wenn sie die Toilette betrat. Anscheinend können manche Koreaner nicht begreifen, dass man ungern im strömenden Regen auf dem Rad sitzt. Ich hatte niemanden mit meiner Anwesenheit gestört, ich saß niemandem im Weg. In Taiwan wäre sicherlich jemand zu mir gekommen und hätte mir Tee organisiert. Hier dagegen kontaktierte eine der Damen einen security Typen, der mich schlußendlich verjagte. Notgedrungen fuhr ich im strömenden Regen weiter.

Hätte ich nicht Russland auf dem Plan gehabt und meinen Pass bereits nach Deutschland geschickt, um ein Visum durch eine Agentur zu bekommen, dazu noch einige Sachen per Post von daheim geordert und zu Brad nach Seoul schicken lassen, wäre ich sicherlich in Busan mit der Fähre nach Japan und hätte das Land sofort verlassen, doch ich hing fest und musste warten.

So versüßte ich mir die Zeit in einem jimjilbang und blieb dort einige Tage bis ich krank wurde. Ich konnte plötzlich nicht mehr reden und hatte mir wohl in der trockenen Luft und bei den vielen Menschen irgendetwas eingefangen.

Das jimjilbang war wieder irgendwie seltsam gewesen. Ich aß seit Tagen nur kimbap in dem gleichen kleinen Lokal, direkt im Aufenthaltsraum. Jedes Mal dachte die Besitzerin ich würde nicht bezahlen oder sie glaubte ich hätte ihr das Geld noch nicht gegeben. Es war immer irgendein Problem.

Es gab dort Leute, die ebenso lange im jimjilbang schliefen wie ich. Hatten die kein zu Hause? Lebten sie dort?

Nach ein paar Tagen wollte ich das jimjilbang kurz verlassen, nur 5 Minuten. Mein Rad stand direkt am Eingang, seit Tagen, und jeder wusste wer ich bin. „Also wenn Sie das jimjilbang verlassen, müssen Sie den Spintschlüssel abgeben und dann wieder neu einchecken wenn Sie wieder kommen. So sind unsere
Vorschriften.“

Ich versuchte den Mann noch zu überreden, aber nein, Vorschrift ist eben nun mal Vorschrift und davon haben Koreaner einige.

Ich musste also alles aus meinem Spint heraus nehmen, in meine Taschen verpacken, auschecken und dann nach 5 Minuten wieder einchecken und alles wieder in den Spint tragen. Ich mag keine Vorschriften, die so unnütz sind, dass es Leute nur unnötig beschäftigt.

Meine Erkältung wurde nicht besser, doch schlußendlich wollte ich wieder auf die Straße. Ich hatte in Busan noch Glück gehabt und für weniger Geld als zu Hause, ein neues Zelt, eine neue Isomatte, neue Schuhe und eine neue Regenjacke bekommen. Es wurde mit allem Zeit, denn alles war einfach total kaputt nach dem langen Einsatz.

Es regnete weiterhin oft, doch wurde es täglich heißer.

Ich fuhr anfangs wieder auf einem Radweg Richtung Seoul, verlies ihn aber schon bald wieder aus den gleichen Gründen wie beim letzten Mal. Doch auch, wie beim Weg Richtung Süden, fiel mir auf dem Weg Richtung Norden nicht viel spannendes auf, obwohl die ersten Kilometer nicht hässlich waren. Diesmal waren es vor allem auch die vielen Gewächshäuser, die das Landschaftsbild verschandelten.

Ich bekam weiterhin sehr schlecht Luft. Quälte mich. Einen Tag war es besser, am nächsten Tag wieder schlechter und ich machte lange und viel Pause.

  

Brad hatte alle meine Sachen erhalten und ich hatte von der Reifenfirma SCHWALBE neue Marathon Plus Tour Reifen bekommen, da mein Vorderreifen nach 38.000 km nun am Ende war.

Von der kleinen deutschen Firma ORWI bekam ich zwei Radtrikots aus Merino Wolle,
die ich auf Langlebigkeit für sie testen soll und super schön und kuschelig sind.

Ich freute mich natürlich sehr über die beiden Sponsoren.

Ein Schlafsack von meinem alten Bestand von daheim war im Paket, ebenso mein Pass mit einem Russischen Visum, das ab 1.6. für 90 Tage gültig ist und noch ein paar Kleinigkeiten, die ich gut gebrauchen konnte. Unter anderem zwei Packungen Haribo Colorado Mischung und zwei Tafeln Milka Schokolade.

Mit Brad traf ich mich ein paar Mal. Ein netter Kerl.

Auf dem Weg zu ihm verlor ich meinen Tacho und er meinte wir sollten zu seinem bekannten Radladen gehen, da bekommt er vielleicht einen guten Preis für mich.

Am Ende schenkten die Jungs mir einen nagelneuen Tacho und zentrierten mir sogar noch meine Räder. Ganz klasse Jungs, die ganz locker drauf waren.

In einem anderen Radladen, der sich auf Ortlieb spezialisiert hatte, machte ich ein weiteres Schnäppchen und verkaufte meine alten Taschen und bekam für ein wenig Aufpreis 4 nagelneue dafür. Leider gab es für meine alten Modelle keine Ersatzteile mehr, so musste ich neue kaufen, da die Halterungen an zwei Taschen seit China kaputt waren und es zudem in alle vier Taschen rein regnete. 

Der Händler war ganz wild auf meine alten Taschen, denn er will eine kleine Ausstellung damit machen um dem Kunden zu zeigen, was mit solchen Taschen alles möglich ist. Ich wurde fotografiert und hänge jetzt vielleicht irgendwo an der Wand. 

Ich schlief nachts im Zelt auf kleinen Rasenflächen oder auf einem Holzpavillion irgendwo am Radweg rund um Seoul. Echt klasse wenn man bedenkenlos in einem der größten Städte der Welt einfach so irgendwo zelten kann.Am ersten Morgen wurde ich von der Polizei geweckt und musste das Feld räumen, am zweiten Morgen wurde ich von den Putzkolonnen geweckt. Immer etwa 7 Uhr morgens. Für mich also mitten in der Nacht.

Am 3. Morgen um 5.30 Uhr, als ich auf einem Holzpavillion zeltete kam ein Rentner und machte genau dort wohl jeden Morgen seine Gymnastikübungen und dopste hin und her auf der Holzplattform. Donnerte seinen Rücken immer gegen eines der Pfeiler und machte irgendwelche seltsamen Geräusche und schrie kurz darauf irre laut in die Welt hinein und das minutenlang. Bei uns würde man denken, der muss in die Anstalt.

Ich öffnete mein Zelt, schaute ihn an und fragte ihn auf Deutsch ob er nicht ganz dicht ist, es ist 5.30 Uhr morgens. Natürlich wusste ich, dass er mich nicht versteht, aber er schenkte mir auch keinen einzigen Blick, er ignorierte mich einfach komplett. Nach etwa 30 Min verschwand er wieder. 

Zwei Morgende lang hatte ich Glück und fand eine Stelle, wo mich niemand weckte.

Ich saß eine Weile lang in einer U-Bahn Halle und nutzte dort WIFI. Dem security Typen passte natürlich wieder mein Sitzplatz nicht und ich sollte woanders hingehen.

Doch fing ich an die Leute ebenso zu ignorieren. Ich hatte keine Lust mehr ständig irgendwelchen unnützen Anweisungen zu folgen.Allerdings kamen auch Leute vorbei und brachten mir Essen. Ich hatte den Eindruck sie dachten ich bin eine Pennerin. Irgendwo bin ich das ja auch. Ich lebe auf der Straße.

Hätte ich einen Hut ausgelegt, hätten sicherlich Leute Geld rein geschmissen.

Das gleiche hatte ich zuvor nachts in einem ATM Bank-Raum erlebt. Ich nutzte dort die Steckdose um meinen Rechner zu laden, als ein Mann kam und mir Geld geben wollte für ein Hotel.

Das ist das Widersprüchliche in dem Land. Auf der einen Seite super nette Menschen und auf der anderen einfach Kontrolle und total uncoole Leute.

Ein paar Mal aß ich in kleinen Lokalen zu Mittag und nutzte die Zeit um dort meinen 
Rechner zu laden. Doch bereits nach kurzer Zeit wurde ich sehr deutlich rausgeschmissen, denn das Laden des Rechners war irgendwie ein Problem.

Es war immer die gleiche Handbewegung. So wie man eben jemanden wegschickt, den man doof findet. Ich hatte dort schließlich Geld gelassen, ich hatte auch vorher gefragt, zudem hatte ich mich auch erkundigt. Strom ist in Korea nicht teuer.

Irgendwann hatte ich die Nase von Seoul dann richtig voll und wollte weiter und fühlte mich einigermassen fit. Nachdem ich ein festgelegtes Einreisdatum für mein Russisches Visum hatte, musste ich leider noch etwas in Korea ausharren.

Eines Abends zeltete ich an einem schönen Holzsteg am Radweg, kein Mensch außer mir, fast schon idyllisch, wäre da nicht der Krach der Straße und der des Zuges gewesen, aber mehr geht halt in Korea anscheinend nicht.

Was passiert? Um 4.30 Uhr morgens läuft ein Mann direkt auf mein Zelt zu, springt auf und nieder, macht ordentlich Krach, macht so lange rum, bis ich das Zelt öffnete und ihn anschaute. Er ignorierte mich und lief davon.

Ist das nicht sehr sehr seltsam? Ist das Neugierde? Ist das Kontrolle?

Am gleichen Tag ging ich in ein Lokal. Deutete auf das Essen eines Gastes und fragte dann was es kostet. Leider kam es wieder einmal zu Missverständnissen und ich bekam das Falsche geliefert. Ich hatte ganz deutlich in 10 cm Entfernung auf eine Suppe am Nachbartisch gedeutet und bekam Nudeln, die in dem Raum niemand auf dem Teller hatte.Gut, also noch einmal erklären. Wieder ging es darum und was kostet die Suppe?
Ich bin mir sicher ich habe die Zahl richtig verstanden.

Danach bestellte ich noch etwas anderes und nutzte wieder die Zeit meinen Rechner zu laden. Doch auch hier machte ich mich damit sehr unbeliebt.

Das Lokal war komplett leer. Ich hatte niemanden den Platz weggenommen, ich hatte zwei Gerichte gegessen und wurde hinaus geschmissen.



Beim Bezahlen gab es dann Stress, da die Gerichte plötzlich 2000 Won mehr kosten sollten. Hatten sie den Strom mit einberechnet? War es ein Missverständnis?

Ich versuchte die Rechnung zu verstehen und fragte noch einmal nach. Doch dauerte es nicht lange und die ältere Dame rastete aus und schrie mich an, wollte partout kein Geld mehr von mir und schmiss mir auf der Straße eine Hand voll Salz hinterher.Ein Mann der das beobachtete musste schmunzeln und ich wusste nicht was es zu bedeuten hatte. Salz hat mir jedenfalls noch nie jemand nach geschmissen.

Am Ende hatte ich erfahren, dass ich mit der Nachfrage an der Aussage der älteren Dame gezweifelt habe und sie damit, als jüngere, vor den Augen anderer  lächerlich gemacht habe.

Das Salz reinigt das Haus vor dem Bösen. Ich habe Unglück hinterlassen von was man sich nun reinigen wollte. Ich dachte schon sie wünschten mir den Tod, da war ich froh, dass es nur das war.

Ob das nun so ein wahnsinns grober Fehler von mir war, oder diese Frau einfach total uncool war, weiß ich nicht. Mir wurde das Land jedenfalls jeden Tag suspekter.
 

Ich wäre gerne noch zur DMZ, also bis zur Nordkoreanischen Grenze gefahren, aber nun ging mir die Zeit aus und besser ging es mir auch noch nicht. So nahm ich den Zug zum Hafen, an dem die Fähre nach Vladivostok fuhr.

Am Hafen gab es dann wieder Stress mit der Bezahlung. Ich hatte das Ticket reserviert und eine ausgedruckte Rechnung in meinen Händen, auf der der Preis genau aufgelistet war, aber den wollten sie nicht akzeptieren.Das wäre eine Rechnungserstellung aus Seoul und die würde hier nicht gelten.

Der Preis ist deutlich höher, die Rechnung sei nicht korrekt.

„Was? Das ist die gleiche Firma!“ Hin und her und am Ende hatte ich einige Leute am Telefon, die mir versuchten einzureden, dass diese Rechnung nicht gilt.

Eine Stunde später entschuldigte man sich bei mir und ich bezahlte den Preis der meiner war und ich sagte zu mir selber, nur noch einen Tag, dann hast Du es geschafft.
 

An diesem Abend lernte ich eine nette Harley Davidson Truppe kennen, alles Expats, die in Korea leben. Sie schickten mich zum Arzt. Da es Wochenende war und somit alle Ärzte geschlossen hatten, es aber bei dem Harley Davidson Treffen einen Krankenwagen gab, der mich ins Krankenhaus fahren konnte, überzeugten sie mich das Angebot anzunehmen.Mit Sirene und einem Englisch sprechenden Harley Typen fuhren wir ins Krankenhaus.
Peinlich war mir das ohne Ende.

Der Arzt meinte, ich hätte eine Halsentzündung. Der Hauptgrund meiner Beschwerden liegt aber garantiert an der hohen Schadstoffkonzentration in der Luft, die derzeit 10fach über dem erlaubten CO2 Wert liegt und bei vielen Leuten diese Lungenbeschwerden hervorrufen würden und daher würde die Erkältung auch nicht abklingen.Ich sollte mir keine Sorgen machen und bekam Tabletten gegen die Entzündung.

Er war überzeugt, sobald ich in Russland bin sind meine Beschwerden vorbei.

Der Koreanische Harley Fahrer wollte unbedingt die Rechnung bezahlen und nahm mich anschliessend mit auf die Party. Der beste Abend der ganzen Zeit in Korea. Ich traf Sonia aus Deutschland, die seit ein paar Jahren in Seoul lebt und somit war der Abend doppelt gut gelungen.

Süd-Korea, ein Land was sicherlich auch weiterhin ein Rätsel für mich bleiben wird.
Nun auf nach Russland.

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