Brot backen auf dem Feuer – leicht gemacht

Brot backen auf dem Feuer – leicht gemacht

Okt 30, 2017 | 12 Kommentare

Inspiriert durch Cycling Cindy, die mir in meinem „Meals on two wheels Interview“ erklärte wie sie Brot backt, backe ich nun seit einiger Zeit selber Brot auf dem Feuer.

Früher dachte ich immer, dass sei viel zu aufwendig und zeitraubend, ist es aber überhaupt nicht. Zudem macht es richtig Spaß und ist super lecker!

Ich habe verschiedene Experimente durchgeführt und erziele die besten Resultate mit folgender Vorgehensweise.

Was Ihr braucht: 


  • Feuer mit viel Glut
  • Mehl (ich nutze Vollkornmehl)
  • Trockenhefe
  • Wasser
  • Etwas Salz
  • Etwas Zucker
  • 1 Löffel (geht zur Not auch ohne)
  • 2 feuerfeste Töpfe die ineinander passen (ich nutze zwei MSR Stahltöpfe 0.8L und 1.5L)
  • 4 flache Steine
  • 1 Becher – geht zur Not auch ohne – dann nutzt Ihr den großen Topf dafür
  • Handschuhe (zum Schutz vor dem Feuer – geht auch mit einem Handtuch, dass Ihr um Hand und Topfgriff wickelt)
  • Beliebige Zutaten wie etwa Nüsse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Trockenfrüchte wie z.B. Datteln und Rosinen oder auch gebackene Zwiebeln und Speck – was Euch am besten schmeckt.

 

Nachdem ich weder Messbecher noch Waage im Gepäck habe, nehme ich es mit den Zutatenmengen nicht so genau und bisher hat jedes Brot prima geschmeckt und Improvisation funktioniert hier wirklich sehr gut.

1. Als allererstes startet Ihr ein Feuer. Ihr braucht gute Glut – das Feuer muss richtig heiß sein.

2. Im großen Topf erhitzt Ihr nun etwa 200ml Wasser auf etwa 45 Grad.

3. Mischt in etwa ein Esslöffel Trockenhefe mit ca. einem Teelöffel Zucker und rührt es mit etwa 100ml warmen Wasser in Eurem Becher an und stellt den Becher mit einem Topfdeckel abgedeckt 15 min in die Nähe des Feuers. Den Topf mit dem Restwasser stellt Ihr ebenso nah ans Feuer damit das Wasser weiterhin warm bleibt.

Solltet Ihr größere Töpfe benutzen und dadurch eine größere Menge Mehl verarbeiten, müsst Ihr die Hefe und Wassermenge entsprechend anpassen.

4. Nutzt die Zeit und kümmert Euch weiterhin ums Feuer. Je mehr Glut desto besser.

5. Füllt Euren kleinen Topf etwa ¾ mit Mehl. Ich nutze Vollkornmehl, dadurch geht der Teig zwar weniger auf, aber das Brot ist gesünder und schmeckt trotzdem super. Zutaten die Euch am besten schmecken mischt Ihr gleich unters Mehl. Beliebig viel – einfach ausprobieren.

6. Nach etwa 15min rührt Ihr den Inhalt des Bechers mit etwas Salz unter das Mehl und mischt nun mit dem Löffel alles schön unter und gebt nach und nach etwas Wasser zu bis Ihr einen geschmeidigen Teig geknetet habt. Nach einer Weile geht es besser, wenn Ihr Eure Hände nutzt. Falls er zu klebrig ist, gebt einfach wieder etwas Mehl hinzu – oder auch noch mehr Wasser falls es zu trocken sein sollte.

7. Stellt den Teig mit dem Topfdeckel abgedeckt ebenso in die Nähe des Feuers, damit er warm, aber nicht zu heiß steht. Lasst den Teig dort mindestens 30min aufgehen.

8. Euer Feuer sollte bis dahin genug Glut haben.

9. Legt die 4 flachen Steine in den großen Topf, füllt den Topf soweit mit Wasser, dass die Steine gut bedeckt sind. Stellt den kleinen Topf mit dem aufgegangenen Teig auf die Steine. (Ich muss dazu bei mir den Henkel des kleinen Topfes abklemmen). Nehmt den Deckel des kleinen Topfes ab und nutzt nur den Deckel des großen Topfes und jetzt ab damit in die Glut.

10. Bedeckt den Deckel gut mit Glut. So habt Ihr eine Oberhitze und ihr bekommt eine schöne knusprige Kruste.

11. Nach 30 min schaut Ihr ob noch Wasser im Topf ist, zur Not füllt Ihr nochmals nach. Schaut dabei auch ob das Brot vielleicht sogar schon fertig ist. Wenn Ihr drauf klopft und es hohl klingt, dann ist es fertig gebacken. Ihr könnt auch mit einem Messer rein stechen, geht es leicht wieder raus und klebt nichts mehr an der Klinge ist es fertig.

Habt Ihr einen größeren Topf ist die Backzeit sicherlich etwas länger.

Habt Ihr Fragen oder eine besser funktionierende Backvariante, dann freu‘ ich mich über einen Kommentar von Euch.

Viel Spaß!

 

 

12 Kommentare

  1. Wolfgang Rapior

    Hm, schmeckt bestimmt very lecker.
    Energie pur beim meditativen backen.
    Toller Bericht mit faszinierenden Fotos.
    Gute und sichere Fahrt.
    Tschüss Wolfgang 🚴

    Antworten
  2. Hartmut

    Liebe Heike einfach genial deine Anleitung zum Brot backen man sollte bedenken unter welchen Umständen Du so etwas zauberst.
    Da muß man erst drauf kommen.
    Gruß Hartmut

    Antworten
  3. grenzenlos

    Lieb Heike,
    absolut genial. Wir backen unterwegs öfters selbst unser Brot. Wobei bisher immer Beduinenbrot auf offenen Feuer unser Favorit war. Deine Rezepte und Handhabung werden unsere Feuer-Brot-Liebe garantiert bereichern. Dankeschön!
    LG, Wi + Gi grenzenlos

    Antworten
    • Heike Pirngruber

      HI Ihr beiden….freut mich – wie geht denn Euer Beduinenbrot? Freu‘ mich auf mehr Infos wenn Ihr mögt….LG und geniesst das Leben….(ich weiss Ihr macht das eh) Heike

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      • grenzenlos

        Hi Heike, einfach Mehl, Wasser + Salz. Schön durchkneten, etwas ziehen lassen, ausrollen (geht irgendwie mit einem Stein 🙂 ) + dann auf’s Blech oder auch als Kugel unausgerollt ins offene Feuer. Natürlich schmeckt da Käse, Oliven usw. prima dazu. Wir backen es hauptsächlich wenn wir in Arabien unterwegs sind.
        Etwas besser zu sehen ist es hier: https://www.grenzenlosabenteuer.de/oman/
        Liebe Grüße + bleib wie Du bist

      • Heike Pirngruber

        Prima Danke Wilfried…..schau ich mir an – Du auch 🙂 LG Heike

  4. Karina Derl-Matous

    Wow, super, Heike! Du bist echt kreativ! Ich backe Brot super gerne zuhause, unterwegs hätte ich gedacht, es wäre zu aufwendig…. Wir haben da immer andere Sachen mit unserer Zeit angestellt… 😉
    Oh, und wie immer, super Fotos! Wie hast du bloß die Nahaufnahme mit beiden Händen drauf gemacht?! Stativ oder freundliche Helfer?!
    Hab eine schöne Zeit!
    Liebe Grüße von Karina (nie-mehr-radlos, seit 2,5 Jahren wieder Zuhause)

    Antworten
    • Heike Pirngruber

      HI Karina, DANKE Dir….normalerweise mache ich ja alle Bilder mit Stativ, das ist aber diesmal mit Hilfe entstanden 🙂
      LG Heike

      Antworten
  5. Martin Achtmann

    Ein tolles Rezept und du beschreibst auch alles sehr gut, Heike. Mein häufigster Radtourkollege hat das perfekte Topfset dafür – müssen wir nächsten Sommer unbedingt einmal nachmachen. LG mart

    Antworten

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